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Stand: 01.04.2026

AfD: Menschengemachter Klimawandel ist nicht bewiesen

Was die Wissenschaft tatsächlich sagt

Falsch
Inhalt

Was wird behauptet?

Die AfD behauptet in ihrem Grundsatzprogramm, ein "signifikanter Einfluss" menschlicher CO2-Emissionen auf das Klima sei "weder evident noch wissenschaftlich bewiesen". Im Bundestag fordert die Partei die Aufkündigung aller Klimavereinbarungen und den Stopp sämtlicher Klimaschutzmaßnahmen. AfD-Abgeordnete bezeichnen den Klimaschutz als "grüne Ideologie" und Klimaschutzgesetze als "Gesellschaftsumbau".

Die Fakten

Der wissenschaftliche Konsens

Der Weltklimarat (IPCC) stützt sich auf die Arbeit tausender Wissenschaftler weltweit. Die Kernaussagen sind eindeutig:

  • Der Klimawandel ist real und menschengemacht
  • Die globale Durchschnittstemperatur ist seit der vorindustriellen Zeit um etwa 1,1 Grad Celsius gestiegen
  • Die Hauptursache sind Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe

Über 97 Prozent der Klimawissenschaftler stimmen darin überein. Das ist kein knapper Konsens, das ist wissenschaftliche Einmütigkeit. Wer das Gegenteil behauptet, leugnet den Stand der Forschung.

Was die AfD konkret falsch behauptet

"Nicht evident und nicht bewiesen": Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist laut IPCC "eindeutig" (AR6, 2021). Die AfD-Position widerspricht tausenden begutachteten Studien.

"Erneuerbare Energien sind unsinnig": Windräder, Solaranlagen und E-Autos werden als umweltschädigend dargestellt. Die IEA und zahlreiche Studien belegen das Gegenteil: Erneuerbare sind inzwischen die günstigste Form der Stromerzeugung in den meisten Märkten.

"Fossile Energien sichern Wohlstand": Kohle und Diesel als Garanten wirtschaftlicher Stabilität darzustellen, ignoriert, dass fossile Brennstoffe die Hauptursache der Klimakrise sind und deren Folgekosten (Extremwetter, Ernteausfälle, Gesundheitsschäden) den kurzfristigen Nutzen übersteigen.

Das Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hat im Klimaurteil vom 24. März 2021 klargestellt, dass der Schutz künftiger Generationen vor den Folgen des Klimawandels eine verfassungsrechtliche Pflicht ist. Unzureichender Klimaschutz heute verletzt die Freiheitsrechte künftiger Generationen. Die Klimapolitik der AfD steht dazu in direktem Widerspruch.

Die Verschwörungserzählung

Die Amadeu Antonio Stiftung dokumentiert

Strategie statt Überzeugung

Die Strategie hat sich verfeinert: Klassische Leugnung ("Es gibt keinen Klimawandel") tritt zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen richtet sich die Desinformation gegen konkrete Klimaschutzmaßnahmen. Kritiker nennen das "Desinformation in Gesetzesform": Die AfD bringt Bundestagsanträge ein, die auf der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse basieren, etwa zur "Beseitigung der Klimaschutzfolgen und Wiederherstellung der Energieinfrastruktur in Deutschland".

Folgen in der Bildungspolitik

In Sachsen-Anhalt, wo die AfD bei 39 Prozent in Umfragen liegt, zeigt sich, was Klimaleugnung in der Praxis bedeutet. Campact dokumentiert, dass die AfD unter anderem die Landeszentrale für politische Bildung abschaffen und den Geschichtsunterricht zum Nationalsozialismus reduzieren will. Die Volksstimme berichtet über Hitlergrüße in Schulfluren und "Sieg Heil"-Rufe auf Schulhöfen. Wenn eine Partei, die den Klimawandel leugnet, die Bildungspolitik bestimmt, trifft das eine ganze Generation.

Fazit

Die Behauptung der AfD, der menschengemachte Klimawandel sei nicht bewiesen, ist falsch. Sie widerspricht dem überwältigenden wissenschaftlichen Konsens von über 97 Prozent der Klimaforscher, den Berichten des Weltklimarats und der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.

Die AfD leugnet den Klimawandel nicht aus Unwissenheit, sondern mit Strategie: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden als Ideologie umgedeutet, Klimaschutz als Freiheitsbedrohung inszeniert und mit Verschwörungserzählungen vermischt.