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Stand: 13.04.2026

Nein, Ungarn hat nicht alle Verträge mit der EU gekündigt

Link Beschreibung

CORRECTIV-Faktencheck zur Falschbehauptung, Ungarn habe sämtliche Verträge mit der EU aufgekündigt. Ab 4. April 2026 verbreitete ein Desinformationsnetzwerk aus Vietnam die Falschmeldung auf Facebook, YouTube, TikTok und Instagram, kurz vor der ungarischen Parlamentswahl am 12. April. Als gefälschte Quellen fungierten Seiten wie "USA Daily Today" und "North Wave News". Tatsächlich bleibt Ungarn Unterzeichnerstaat des Lissabon-Vertrags und des Schengenabkommens.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die Behauptung, Viktor Orbán habe alle Verträge Ungarns mit der EU gekündigt, ist frei erfunden. Wie CORRECTIV dokumentiert, lassen sich weder bei Reuters noch bei Politico entsprechende Berichte finden, obwohl beide Medien in den Falschmeldungen als angebliche Quellen angegeben wurden.

Die Falschmeldung war Teil einer gezielten Desinformationskampagne, die laut CORRECTIV von einem Netzwerk aus Vietnam gesteuert wurde, demselben Netzwerk, das zuvor bereits im Kontext der deutschen Landtagswahlen Falschbehauptungen über Wahlbetrug verbreitet hatte. Kurz vor der ungarischen Parlamentswahl am 12. April 2026 streute das Netzwerk mehrere Falschbehauptungen über Fake-Nachrichtenseiten wie "USA Daily Today" und "North Wave News". Ungarn ist und bleibt Unterzeichnerstaat des Vertrags von Lissabon und des Schengenabkommens.

Fazit

Die Behauptung ist vollständig erfunden und ohne jede sachliche Grundlage. Sie diente offenkundig dazu, im Umfeld der ungarischen Parlamentswahl Verwirrung zu stiften und Orbán als radikalen EU-Gegner darzustellen.