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Stand: 13.05.2026

Generation Deutschland: Wer steckt hinter der neuen AfD-Jugend?

Irreführend

Link Beschreibung

Volksverpetzer-Eigenrecherche von Sophie Scheingraber, die alle 15 Landesvorsitzenden der 2025 gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland analysiert. Ergebnis: 13 von 15 Landesvorsitzenden waren vorher in der gesichert rechtsextremen Jungen Alternative aktiv. Die Recherche dokumentiert Verbindungen zur Identitären Bewegung, zum Verein Ein Prozent für unser Land, zu Burschenschaften und zu Götz Kubitscheks Schnellroda-Akademie. Auch das Bundesinnenministerium und mehrere Landesverfassungsschutzämter bestätigen die personelle Kontinuität zur JA. Der NRW-Landesverband wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die Behauptung, die "Generation Deutschland" sei eine eigenständige neue AfD-Jugendorganisation und damit etwas qualitativ Anderes als die aufgelöste Junge Alternative, hält der Faktenlage nicht stand. Der Endstation Rechts. dokumentiert, dass 13 der 15 bekannten Landesvorsitzenden zuvor in der JA aktiv waren, viele davon in Führungspositionen. Bayerns Vorsitzender Franz Schmid war Bundesschatzmeister der JA und stellvertretender Vorsitzender der JA Bayern; das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet ihn gesondert als Rechtsextremisten (Bayerisches LfV: Verfassungsschutzbericht 2025, S. 201). Lennard Scharpe (Sachsen) leitete die JA Sachsen, Alexander Tschich (Mecklenburg-Vorpommern) die JA MV, Martin Kohler (Berlin) drei Jahre lang die JA Berlin.

Die personelle Kontinuität bestätigt auch das Bundesinnenministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion: "Die Zusammensetzung des Bundesvorstands der GD zeigt besonders auf Funktionärsebene eine hohe personelle Kontinuität zur ehemaligen Jungen Alternative." Auch die Tagesschau berichtet, dass die Verfassungsschutzämter "fortlaufend Belege für deren Verfassungsfeindlichkeit" sammeln.

Besonders deutlich wird die Kontinuität in Nordrhein-Westfalen: Der dortige Landesverfassungsschutz stuft die "Generation Deutschland NRW" laut WDR-Bericht als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein und sieht "gewichtige Anhaltspunkte, dass es sich bei der Generation Deutschland Nordrhein-Westfalen de facto um eine Fortführung der Gruppe Junge Alternative NRW handelt". Der NRW-Vorsitzende Luca Hofrath wird dem völkischen Lager um den AfD-Abgeordneten Matthias Helferich zugeordnet, der sich in geleakten Chats laut Zeit als "das freundliche Gesicht des NS" bezeichnet hatte.

Mehrere Funktionäre dokumentieren ihre Nähe zum rechtsextremen Vorfeld offen: Florian Ruß (Sachsen-Anhalt) hat laut FAZ selbst dazu beigetragen, dass der Landesverfassungsschutz die JA Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem einstufte; der Landesverband spendete unter ihm öffentlich an Ein Prozent für unser Land. Fabian Jank (Brandenburg) wohnte als Student in einem identitären Hausprojekt und bestätigte gegenüber der Tagesschau, an Aktionen der Identitären Bewegung teilgenommen zu haben. Lennard Scharpe (Sachsen) nahm laut Frankfurter Rundschau am Fackelmarsch der Identitären in Wien 2019 teil.

Die JA wurde Anfang 2025 aufgelöst, nachdem sie der Bundesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft hatte. Die Auflösung erfolgte laut Tagesschau wohl, um einem Vereinsverbot zuvorzukommen. Die Neugründung der GD wenige Monate später, im Wesentlichen mit demselben Führungspersonal, erfüllt das klassische Muster eines Rebrandings zur Verbotsvermeidung.

Fazit

Die AfD-Erzählung von der "Generation Deutschland" als eigenständiger neuer Jugendorganisation ist irreführend: Die GD ist nach Aktenlage von Verfassungsschutzämtern, Bundesinnenministerium und etablierten Medien eine personelle und ideologische Fortsetzung der gesichert rechtsextremen Jungen Alternative, organisatorisch enger an die AfD gebunden und in Teilen noch näher am rechtsextremen Vorfeld als die Vorgängerorganisation.