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Stand: 10.05.2026

Wie die Ostdeutsche Allgemeine Volksverpetzer mit Anwälten mundtot machen will

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Volksverpetzer dokumentiert, wie die von Multimillionär Holger Friedrich gegründete Ostdeutsche Allgemeine (OAZ) auf kritische Berichterstattung des Faktencheck-Portals reagiert hat: nicht mit inhaltlicher Auseinandersetzung, sondern in drei Eskalationsstufen.

Zunächst bezeichnete OAZ-Geschäftsführer Dirk Jehmlich Volksverpetzers Analysen in einem Editorial als "bösartige Verleumdung" und kündigte Klagen an. Gastautor und ehemaliger Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz verglich den Namen "Volksverpetzer" im selben Zug mit NS-Propaganda und Stasi-Methoden. Parallel schrieb Chefredakteur Philippe Debionne Anschwärz-E-Mails an mindestens neun Organisationen, die mit Volksverpetzer zusammenarbeiten: darunter ver.di, das DJV-Magazin "Journalist", die Bundeszentrale für politische Bildung, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Sächsische Zeitung und die taz. Den Vorwurf "methodisch fehlerhafte" und "diffamierende" Arbeit belegte er laut Volksverpetzer mit keinen Belegen.

Ende April 2026 folgte eine anwaltliche Abmahnung durch eine Münchner Kanzlei mit 13 beanstandeten Punkten und sechstägiger Frist. Volksverpetzer weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet das Vorgehen als SLAPP-Strategie (Strategic Lawsuit Against Public Participation): "Es geht hier auch nicht ums Gewinnen. Die meisten der insgesamt 13 Dinge haben auch vor Gericht keine Chance. Es geht ums Lähmen."

Volksverpetzer hatte die OAZ zuvor in mehreren Analysen untersucht und dabei Fake-News aus dem Querdenker-Umfeld, pro-russische Propaganda und eine auffällige inhaltliche Nähe zur AfD dokumentiert. Gleichzeitig stellte das Portal personelle und inhaltliche Überschneidungen mit Julian Reichelts Portal Nius fest - dazu liegt ein eigener Quellenlink vor. Die Abmahn-Kampagne richtet sich laut Volksverpetzer gezielt gegen das schwächste Ziel: Mit 14 Mitarbeitern und 100-prozentiger Spendenfinanzierung hat Volksverpetzer weder Rechtsabteilung noch Milliardärsrückhalt hinter sich. Andere Medien, die teils schärfer über die OAZ geschrieben haben - Spiegel, Zeit, taz - erhielten keine Abmahnung.

Die Berliner Zeitung gehört wie die OAZ zum Verlagsimperium Holger Friedrichs (Berliner Verlag).