Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ ist eine überregionale Abonnement-Tageszeitung aus Frankfurt am Main, gegründet 1949 und zu den deutschen Leitmedien gezählt.

Über die Quelle
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) ist eine deutsche überregionale Abonnement-Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Erstmals erschien sie am 1. November 1949, verlegt von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH. Mehrheitsgesellschafterin mit 93,7 Prozent ist die gemeinnützige FAZIT-Stiftung, deren neunköpfigem Kuratorium der ehemalige BR-Intendant Ulrich Wilhelm vorsitzt (Wikipedia: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Media Ownership Monitor Germany: Frankfurter Allgemeine Zeitung).
Die FAZ ist die einzige deutsche Tageszeitung, die durchgehend nach dem Herausgeberprinzip geführt wird: Statt einer klassischen Chefredaktion leitet ein Herausgebergremium gemeinsam die Ressorts Politik, Wirtschaft, Feuilleton und Sport. Zugleich sind die Herausgeber mit kleinen Anteilen an der Verlags-GmbH beteiligt. Stand September 2026 gehören dem Gremium Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop und Berthold Kohler an (Wikipedia: Frankfurter Allgemeine Zeitung). Braunberger, der die Wirtschafts- und Sportredaktion leitete, geht Ende September 2026 in den Ruhestand, seine Aufgaben übernimmt Knop. Zum 1. Januar 2027 rückt mit Helene Bubrowski erstmals eine Frau ins Herausgebergremium nach, sie übernimmt gemeinsam mit Kohler die Politische Redaktion und teilt sich mit Knop die Leitung der Online-Redaktion (newsroom.de: FAZ ordnet Führung neu).
Publizistisch gilt die FAZ als bürgerlich-konservatives bis liberales Leitmedium, wobei die Redaktion nach dem Herausgeberprinzip historisch nie einheitlich konservativ war. Wie viele überregionale Abonnementzeitungen verliert die FAZ seit Jahren an gedruckter Auflage: Im ersten Quartal 2026 sank die verkaufte Auflage laut IVW-Zahlen um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und fiel damit erstmals unter die Marke von 140.000 Exemplaren (meedia: IVW-Auflagen der Tages- und Wochenzeitungen).
Links
- https://www.faz.net
- https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Allgemeine_Zeitung
- https://x.com/FAZNET
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Faktenfackel Bewertung
Die FAZ zählt zu den etablierten deutschen Qualitätsmedien mit eigener, unabhängiger Redaktion und einer im deutschen Zeitungsmarkt einzigartigen Eigentümerstruktur, die sie vor dem direkten Zugriff einzelner Anteilseigner schützt. Als Beleg für harte Fakten in Nachrichtentexten und Reportagen ist sie grundsätzlich belastbar.
Zwei Einschränkungen gelten trotzdem. Erstens: Meinungsstücke, Kommentare und Gastbeiträge sind redaktionell getrennt von der Nachrichtenberichterstattung und taugen nicht automatisch als Faktenbeleg, nur weil sie unter der Marke FAZ erscheinen. Der Deutsche Presserat rügte die FAZ im September 2025 für einen Gastkommentar zur Cannabis-Legalisierung ("Ein gefährliches Experiment"), der eine dänische Studie falsch wiedergab und ihr eine Kausalität zwischen Cannabis-Konsum und Schizophrenie zuschrieb, die die Studie so nicht belegte. Der Beschwerdeausschuss stellte klar, dass auch in Meinungsbeiträgen die zugrunde gelegten Fakten korrekt sein müssen (Presserat: Rügen für Vorverurteilungen und Diskriminierungen). 2017 rügte der Presserat zudem einen Gastbeitrag zur Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wegen einer unbelegten, diskriminierenden Behauptung zu Adoptivkindern (taz: Presseratsrüge für die FAZ).
Zweitens: Hinter einer Paywall liegt ein Großteil der FAZ-Inhalte, was die unabhängige Nachprüfbarkeit für Leser erschwert, die keinen Zugang haben. Wer eine Aussage nachprüfen will, ist deshalb oft auf frei zugängliche Primärquellen oder auf die Berichterstattung anderer Medien angewiesen. Das digitalisierte Zeitungsarchiv der FAZ ist davon ausgenommen und frei einsehbar: Es lieferte etwa im Fall einer gefälschten FAZ-Titelseite von 1983 zu angeblich schon damals extremer Hitze den entscheidenden Beleg für die Fälschung.
Fazit
Grundsätzlich verlässliche Quelle für Nachrichten und Reportagen. Als überregionale Qualitätszeitung mit unabhängiger Governance-Struktur gehört die FAZ zu den zuverlässigeren deutschen Medien. Bei Kommentaren und Gastbeiträgen ist wie bei jedem Medium Vorsicht geboten, das zeigt auch die dokumentierte Presserats-Rüge von 2025.