Münchner Merkur
Münchner Regionalzeitung der Ippen-Gruppe. Ihr Portal merkur.de ist zugleich Zentralredaktion für rund 50 Ippen-Portale.

Über die Quelle
Regionale Tageszeitung aus München, gegründet am 13. November 1946 als Lizenzzeitung in der amerikanischen Besatzungszone. Verlegt wird sie vom Münchener Zeitungs-Verlag; 1982 übernahm Dirk Ippen die Zeitung und kontrolliert sie heute über mehrere Holdinggesellschaften. Die gedruckte Auflage liegt bei rund 160.000 Exemplaren, zusammen mit dem Oberbayerischen Volksblatt bei etwa 223.000. Politisch gilt das Blatt als konservativ. Wikipedia: Münchner Merkur
Für die Quellenarbeit zählt weniger die Regionalzeitung als das Portal merkur.de. Als zentrale Redaktion des Ippen-Netzwerks bündelt es die überregionale Produktion: Solche Artikel entstehen dort und laufen wortgleich unter Dutzenden weiterer Markennamen der Gruppe, etwa fr.de, soester-anzeiger.de oder werra-rundschau.de. Wer mehrere dieser Fassungen nebeneinander findet, sieht nicht mehrere Redaktionen, die zum selben Ergebnis kommen, sondern denselben Text unter verschiedenen Titelköpfen. Beim Verlinken ist deshalb die Hauptmarke merkur.de vorzuziehen.
Links
Faktenfackel Bewertung
Der Merkur ist eine etablierte Tageszeitung mit gewachsener Redaktion, und einzelne Beiträge aus dem Ippen-Netzwerk halten dem Faktencheck stand. An der Arbeitsweise der Zentralredaktion gibt es allerdings dokumentierte Kritik. Bei Übermedien wies Stefan Niggemeier 2018 nach, wie triviale Facebook-Beschwerden über Supermärkte zu dramatisierten Artikeln aufgeblasen und alte Texte wiederholt umdatiert wurden, damit sie frisch wirken. Übermedien: Mann findet eklige Aldi-Artikel bei Merkur.de (9. Juli 2018) Thomas Kaspar, damals Chief Product Officer und Co-Chefredakteur von Ippen Digital, verteidigte zugespitzte Überschriften im selben Jahr öffentlich als legitimes "Spiel mit dem Leser". kress: Wie Ippen-Digital-Chefredakteur Thomas Kaspar "Click-Baiting" verteidigt
Praktisch heißt das: Beiträge einzeln bewerten, nicht die Marke. Ein sauber belegter Faktencheck aus dieser Redaktion ist verwertbar, wenn die zugrundeliegenden Primärquellen benannt und selbst prüfbar sind. Eine reißerisch überschriebene Meldung ohne Primärquelle ist es nicht.
Fazit
Etablierte Regionalzeitung, deren Onlineportal zugleich Zentralredaktion für rund 50 Ippen-Portale ist. Nutzbar als Quelle, wenn die Primärquellen im Text benannt sind; die Syndikation darf nicht als unabhängige Mehrfachbestätigung missverstanden werden.