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Stand: 03.11.2026

taz zu Chat Terror 18: Anschlagsplan gegen Unterkunft

Link Beschreibung

Die taz berichtet am 2. November 2026 unter der Überschrift "Antifaschisten verhindern Terror: Mordlüsterne Neonazis gestoppt" über die WhatsApp-Gruppe "Terror 18". Ein 15-Jähriger aus Wahlstedt (Schleswig-Holstein) habe darin einen Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Winsen (Luhe) vorbereitet. Das antifaschistische Rechercheteam Exif habe den Chat dokumentiert und den Jugendlichen gestoppt, als er mit einem Benzinkanister aufbrechen wollte. Er habe gewartet, bis die Polizei kam. Der Text von Andreas Speit ist zugespitzt: Wer keinen Naziterror wolle, müsse die Antifa fördern.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Bericht stützt sich auf die Recherche von Exif. Deren Veröffentlichung vom 2. November 2026 schildert den Ablauf so: Die Gruppe "Terror 18" wurde am 9. September 2026 von einem jungen Mann aus Demen (Mecklenburg-Vorpommern) gegründet und wuchs auf 43 Mitglieder. Am 26. Oktober warf ein Mitglied aus Winsen laut Exif einen Backstein auf eine Flüchtlingsunterkunft und verabredete sich danach im Chat zu einem Brandanschlag. Am Abend des 30. Oktober habe der 15-Jährige gegen 18:30 Uhr Benzin gekauft und gegen 19:00 Uhr mit einem Kanister sein Wohnhaus verlassen wollen. Antifaschistinnen und Antifaschisten hätten ihn angesprochen und aufgefordert, auf die Polizei zu warten. Er sei demnach zur Wache in Bad Segeberg gebracht worden.

Behördlich bestätigt ist ein Teil davon. Die taz zitiert einen Sprecher der Polizei Bad Segeberg: "Eine Person ist vor einem Wohnhaus mit einem Kanister angetroffen worden". Laut taz hält die Staatsanwaltschaft Flensburg fest, dass sich mit der Besorgung des Benzins "die Rechtslage verändert" habe. Zuvor hatte sie keine stichhaltigen Beweise für eine Tatvorbereitung gesehen und niemanden festgenommen. Die taz schreibt dazu: "Die Darstellung wird von den Behörden bestätigt." Belegt ist mit dem Polizeizitat das Antreffen mit dem Kanister, nicht die Rolle der Antifaschisten. Laut t-online (Lars Wienand, Stand 2. November 2026) sitzt der 15-Jährige in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Flensburg gab es zudem Hinweise, dass der Jugendliche mit einem Benzinkanister unterwegs war. Die Staatsanwaltschaft Flensburg, die als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Staatsschutzdelikte zuständig ist, wirft ihm die Verabredung zu einem Verbrechen und die Vorbereitung einer terroristischen Straftat vor. Die Polizei habe am Donnerstag die Wohnungen des 15-Jährigen und eines 19-Jährigen aus Winsen durchsucht und Geräte sichergestellt, der Jugendliche sei am Freitag ohne Widerstand festgenommen worden und schweige. Die Echtheit der veröffentlichten Chat-Ausschnitte konnte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben noch nicht bestätigen, weil die Auswertung der Geräte läuft. Der NDR hält die Chats laut t-online nach eigener Prüfung für echt.

Offen ist die Rolle der Antifaschisten und damit auch, ob sie einen Anschlag verhindert haben. Polizei und Staatsanwaltschaft konnten am Montag laut t-online keine genaueren Angaben zu den Umständen oder zur Rolle der Gruppe machen. Die Polizei war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Flensburg wegen Hinweisen eines Journalisten und eines Anwohners zur Adresse gefahren. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen den 19-Jährigen wegen Verabredung zu einem Verbrechen, er ist auf freiem Fuß. Bei der Durchsuchung fand sie keinen konkreten Hinweis auf eine bevorstehende Umsetzung. Dass er die Scheibe der Unterkunft mit einem Pflasterstein eingeworfen habe, wie es im Chat steht, konnte sie nicht bestätigen. Exifs Darstellung, ein Anschlag sei verhindert worden, könne sie laut t-online "weder bestätigen noch dementieren".

Einzelne Angaben im taz-Text sind in diesen Quellen nicht gegenzuprüfen, etwa zu einzelnen Chat-Mitgliedern, und werden hier nicht übernommen. Namen der Beteiligten, darunter des Minderjährigen, nennen wir nicht.

Fazit

Der Kern des Berichts ist belegt: Ein 15-Jähriger sitzt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat in Untersuchungshaft. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Chats der Gruppe "Terror 18". Dass er am 30. Oktober mit einem Kanister vor seinem Wohnhaus angetroffen wurde, bestätigt die Polizei Bad Segeberg. Offen bleibt, welche Rolle die Antifaschisten dabei spielten und ob damit ein Anschlag verhindert wurde. Das ist bislang die Darstellung von Exif und der taz, die Staatsanwaltschaft Lüneburg kann sie weder bestätigen noch dementieren. Die Unschuldsvermutung gilt.