Link Beschreibung
Bluesky-Post der TRAS: Trinationaler Atomschutzverband vom 23. Juni 2026. Der Trinationale Atomschutzverband berichtet, dass das Schweizer Atomkraftwerk Beznau im Kanton Aargau wegen der extrem hohen Temperaturen seine Stromproduktion für mindestens zwei Tage halbieren muss. Anlass ist die Temperatur des Kühlwassers: Das Wasser der Aare erreichte 24,9 Grad, weshalb die Drosselung laut dem zitierten Post bereits am 23. Juni 2026 um 13:00 Uhr in Kraft trat. Als Belege nennt der Verband einen Screenshot der Europäischen Strombörse (EEX Transparency) sowie einen Bericht von 20 Minuten.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die Kernaussage ist zutreffend und unabhängig belegt. 20 Minuten: "AKW Beznau halbiert Leistung - Aare zu warm für Kühlwasser" (23. Juni 2026) bestätigt sowohl die Wassertemperatur von 24,9 Grad als auch den genauen Zeitpunkt der Drosselung (13:00 Uhr am 23. Juni 2026).
Hintergrund ist die Bauweise des Kraftwerks: Anders als die Schweizer Anlagen in Gösgen und Leibstadt verfügt Beznau über keinen Kühlturm. Die Abwärme wird direkt über das Flusswasser der Aare abgeführt. Steigt deren Temperatur zu stark, muss der Betreiber Axpo die Leistung drosseln, um eine zusätzliche Erwärmung des ohnehin warmen Flusses zu verhindern. Die gesetzliche Grundlage bildet eine Zwischenverfügung des Bundesamts für Energie aus dem Jahr 2018: Überschreitet die Aare-Temperatur unterhalb des Kraftwerks die 25-Grad-Marke, muss die Leistung auf rund 50 Prozent reduziert werden. Hält der Zustand drei Tage in Folge an, ist die Anlage ganz abzuschalten. Genau dieses Muster zeigte sich im Sommer 2025: Ende Juni halbierte Beznau wegen zu warmen Aare-Wassers die Leistung, wie SRF am 30. Juni 2025 berichtete; Anfang Juli musste der Betreiber Axpo dann einen Reaktorblock sogar vollständig vom Netz nehmen (SRF, 2. Juli 2025).
Der Vorgang widerlegt die These, Kernkraft sei eine bedingungslos wetterunabhängige Grundlastquelle. Beznau ist kein Einzelfall: Hitzewellen zwingen regelmäßig auch andere europäische Kernkraftwerke ohne Kühltürme zur Drosselung oder Abschaltung. Das Risiko steigt mit dem Klimawandel: Flüsse erwärmen sich schneller, und Hitzewellen werden häufiger und intensiver.
TRAS ist als atomkraftkritischer Interessenverband klar positioniert. Die hier zitierten Betriebsdaten zum 23. Juni 2026 beruhen jedoch auf öffentlich zugänglichen Marktdaten (EEX Transparency) und werden durch die Berichterstattung von 20 Minuten unabhängig bestätigt.
Fazit
Die Behauptung ist zutreffend: Das AKW Beznau musste ab dem 23. Juni 2026 wegen zu warmen Aare-Wassers seine Leistung halbieren. Der Vorgang ist durch mehrere unabhängige Quellen belegt und reiht sich in ein wiederkehrendes Muster ein. Beznau ohne Kühlturm ist bauartbedingt anfällig für Hitzedrosselungen.
