Zur Quelle "Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)" springen
Stand: 18.04.2026

VBRG: Antworten auf die 4 häufigsten Fragen zur Jahresbilanz 2024 (rechte, rassistische und antisemitische Gewalt)

Link Beschreibung

Erläuterung des VBRG zur Jahresbilanz 2024 rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Die Opferberatungsstellen in 12 der 16 Bundesländer registrierten 3.453 Angriffe (Anstieg von 24 % gegenüber 2023 mit 2.589 Angriffen). Parallel dazu erfasste das BKA in 16 Bundesländern im Bereich PMK-Rechts-Gewalt 1.488 Gewalttaten (Anstieg um 17,1 %).

Faktenfackel Bewertung

Erklärung der Diskrepanz

Der VBRG benennt drei strukturelle Gründe für die Lücke zwischen zivilgesellschaftlicher und polizeilicher Erfassung:

  1. Erweiterter Deliktkatalog: Opferberatungsstellen erfassen seit 2022 verstärkt Nötigungen und Bedrohungen (2024: 1.212 Fälle, ein Drittel der Gesamtzahl).
  2. PMK ist Eingangsstatistik: Werden rassistische oder rechtsextreme Motive erst im Verfahren erkannt, wird die PMK-Kategorisierung nicht mehr nachgetragen.
  3. Uneinheitliche Anwendung: Der PMK-Themenfeldkatalog wird in den 16 Landespolizeien unterschiedlich ausgelegt, belegtes Beispiel: Beim AfD-Bundesparteitag im Juni 2024 in Essen verletzte ein AfD-Delegierter einen Gegendemonstranten durch einen Biss; der Vorfall wurde vom LKA NRW nicht als PMK-Rechts-Gewalttat erfasst.

Einordnung

Bei stichprobenartigen Abgleichen zwischen VBRG-Fallisten und den PMK-Listen der Landeskriminalämter zeigt sich ein typisches Muster: 1/3 der Fälle wird von Polizei und Opferberatungen gleichermaßen als rechts motivierte Gewalt erfasst, 1/3 wird den Opferberatungen erst durch Kleine Anfragen bekannt, 1/3 wird von der Polizei zwar als Straftat, aber nicht als PMK-Rechts eingestuft.

Fazit

Direkte, datenbasierte Auseinandersetzung des VBRG mit Kritik und Fragen zur Jahresbilanz. Die Erklärung der Diskrepanzen ist methodisch nachvollziehbar und untermauert den Befund, dass die polizeiliche PMK-Rechts-Statistik das tatsächliche Ausmaß rechter Gewalt systematisch untererfasst.