Link Beschreibung
Euronews-Bericht über eine VSW-Studie (Autoren: Prof. Dr. Martin Grothe, Dr. Christopher Nehring) zu koordinierten Desinformationskampagnen gegen deutsche Unternehmen. BASF als Beispiel: Falschmeldungen über angebliche Werksschließungen, Massenentlassungen und Produktionsverlagerungen. Ziel ist das Narrativ eines wirtschaftlichen Niedergangs Deutschlands. KI-gestützte Inhalte und Bots verstärken die Angriffe.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Euronews-Bericht gibt die Ergebnisse der VSW-Studie "Desinformationsangriffe gegen Unternehmen" sachlich wieder. Die Studie wurde von Prof. Dr. Martin Grothe (Gründer der OSINT-Firma Complexium, Honorarprofessor an der UdK Berlin) und dem Geheimdiensthistoriker Dr. Christopher Nehring verfasst, knapp zehn Jahre nach einer ersten Untersuchung zum selben Thema.
Das im Artikel beschriebene BASF-Beispiel ist keine Einzelbeobachtung der VSW-Studie. Bereits im Dezember 2022 deckte Correctiv eine koordinierte Fake-Kampagne auf, bei der über gefälschte Facebook-Profile Falschmeldungen über angebliche Werksschließungen bei BASF, Siemens, VW, Ford, Oettinger und Salzgitter verbreitet wurden. Die Posts wurden teilweise als bezahlte Facebook-Werbung in den betroffenen Regionen geschaltet. Alle Unternehmen bestätigten damals, dass die Behauptungen falsch waren.
Die VSW-Studie beschreibt ein breites Methodenspektrum: von gefälschten Insolvenzmeldungen und koordinierten Boykottkampagnen über manipulierte Online-Bewertungen bis hin zu Deepfake-Inhalten mit Unternehmensführern. Die Einschätzung, dass Desinformation gegen Unternehmen in ihrer Wirkung klassischen Cyberangriffen vergleichbar sei, ist angesichts der dokumentierten Fälle nachvollziehbar, wenn auch aus der Perspektive des Wirtschaftsschutzes formuliert.
Fazit
Solide Nachrichtenberichterstattung über eine fachlich fundierte Studie. Die beschriebenen Phänomene sind durch unabhängige Faktenchecks (Correctiv 2022) und die gemeinsame BfV/VSW-Sicherheitstagung bestätigt.
