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Stand: 03.11.2026

Identitäre Bewegung fordert von der AfD Anerkennung und Dank

Link Beschreibung

CORRECTIV berichtet am 2. November 2026, IB-Sprecher Maximilian Märkl habe in einem Video auf X von der AfD ein "positives Bekenntnis" und Dank für "zwölf Jahre friedlichen und disziplinierten Aktivismus" verlangt. Anlass ist ein Bericht von The Pioneer über ein mögliches Verbot der Identitären Bewegung.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Artikel gibt eine Forderung wieder und ordnet sie ein, er prüft keine einzelne Tatsachenbehauptung. Das Video selbst lag nicht als eigener Link vor, auch der Artikel verlinkt es nicht. Die Wiedergabe stützt sich deshalb auf CORRECTIV: Die Identitäre Bewegung fordert von der AfD Anerkennung und "Dank" (2. November 2026).

Anlass. The Pioneer veröffentlichte am 28. Oktober 2026 einen Bericht unter dem Titel "Falle für Weidel: Mögliches Verbot der Identitären Bewegung". Nach CORRECTIV stünde die AfD bei einem Verbot vor der Wahl, sich mit der IB zu solidarisieren oder sich abzugrenzen und damit den Konflikt mit den völkischen Teilen der Partei zu riskieren.

Die Reaktionen in der AfD. Laut CORRECTIV fielen sie gemischt aus:

  • Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sven Tritschler, stellvertretender Bundessprecher der AfD, höhnte am 28. Oktober auf X über die Abgeordneten, die dem Journalisten Johann Paetzold anonym ein IB-Verbot befürwortet hatten:

    "Namhafte" "Parteistrategen", die nicht die 🥚🥚 haben, mit Namen aufzutreten und glauben, man sollte die Aktivisten der Identitäten Bewegung opfern (verbieten!), um den CDU-Cucks "eine Brücke zu bauen". Die Verlierertruppe soll mal einen Antrag auf den Parteitag bringen. Das wird lustig. 🍿


    "Cuck" (von englisch "cuckold", betrogener Ehemann) ist ein Schimpfwort aus der rechten Online-Szene für Konservative, die angeblich vor liberalen Positionen einknicken, im deutschsprachigen Raum vor allem gegen die Union gerichtet.
  • Der Bundestagsabgeordnete Dario Seifert, Generalsekretär der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, gab eine Solidaritätserklärung für die IB ab.
  • Thomas Braga und Stefan Möller, beide enge Mitstreiter von Björn Höcke, lehnen ein Verbot ab und wollen die Unvereinbarkeitsliste überarbeiten. Möller, Mitglied im Bundesvorstand, will die IB trotzdem stärker auf Abstand halten. Beschlossen ist bisher nichts.
  • Maximilian Krah warnt die Partei schon länger. CORRECTIV hatte im Juli 2025 berichtet, dass er vor AfD-Abgeordneten ein baldiges Verbot der IB erwartet und die AfD zur Abgrenzung vom Konzept der "Remigration" aufgefordert hat, weil sonst auch der Partei Gefahr drohe.
  • Martin Sellner kündigte nach CORRECTIV an, AfD-Abgeordnete namentlich zu nennen, die einem Verbot nicht widersprechen.

Zur Doppelrolle Märkls. Märkl war nach Recherchen von Welt und Augsburger Allgemeine seit Dezember 2022 Mitglied der AfD, ohne seine IB-Funktion anzugeben, obwohl die IB auf der Unvereinbarkeitsliste der Partei steht. Im Februar 2026 beendete er die Mitgliedschaft und kam damit nach Angaben des bayerischen AfD-Landeschefs Stephan Protschka einem Parteiausschluss zuvor (taz, 6. Februar 2026; Berliner Zeitung, 6. Februar 2026). Seine Forderung nach Dank von der AfD kommt also von jemandem, der die Partei erst vor neun Monaten verlassen hat.

Einstufung der IB. Der Verfassungsschutz stuft die IB laut CORRECTIV als "gesichert rechtsextremistisch" ein. Ob ein Vereinsverbot kommt, ist offen: Der Pioneer-Bericht und die Reaktionen darauf sind der Stand vom 2. November, eine Entscheidung der Behörden wird in keiner der gelesenen Quellen gemeldet.

Fazit

Märkls Video ist weniger Dankesgeste als Druckmittel: Die IB verlangt öffentlich eine Positionierung der AfD, während in der Partei Streit darüber herrscht, wie nah man der Bewegung stehen darf. Belegt ist die Forderung durch CORRECTIV, das Originalvideo war nicht auffindbar. Eine überprüfbare Tatsachenbehauptung steckt darin nicht, deshalb gibt es kein Urteil.