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Zentrum Automobil / Zentrum

Rechtsextreme betriebliche Interessenvertretung, gegründet 2009 von Oliver Hilburger im Daimler-Werk Stuttgart-Untertürkheim, seit 2022 unter dem Namen 'Zentrum'

Bildquelle: ©Zentrum Automobil / Zentrum
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Über die Quelle

Zentrum Automobil wurde Ende 2009 von Oliver Hilburger im Daimler-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet und am 23. November 2009 als Verein eingetragen. Seit 2022 tritt die Organisation unter dem verkürzten Namen "Zentrum" auf.

Die Organisation positioniert sich als Gewerkschaftsalternative gegen "Monopolgewerkschaften" und Unternehmensglobalisierung, ist aber nach Einschätzung von Arbeitsrechtsexperten, etablierten Gewerkschaften und Verfassungsschutzbehörden keine tariffähige Gewerkschaft, sondern eine rechtsextreme Betriebsgruppe. Strategisch vollzog Zentrum Automobil ab 2015 eine Verschiebung hin zu populistischem "Oben gegen Unten"-Framing, begleitet von Kooperationen mit dem "Compact"-Magazin und der Organisation Ein Prozent für unser Land.

Gründer Hilburger hat laut Verfassungsschutz Verbindungen zu Blood & Honour, NPD und III. Weg sowie eine Vergangenheit als Gitarrist der rechtsextremen Band "Noie Werte".

Bei Daimler-Betriebsratswahlen in Untertürkheim erzielte die Organisation 2018 13,2% (19 Mandate bundesweit) und 2022 15,8% (17 Mandate bundesweit). Der AfD-Politiker Björn Höcke setzte sich 2022 dafür ein, Zentrum von der AfD-Unvereinbarkeitsliste zu streichen, und bezeichnete die Organisation als notwendige "Vorfeldorganisation".

Auch jenseits des Daimler-Werks tritt Hilburger als Bühnenfigur der AfD auf: Bei der AfD-Kundgebung zum 1. Mai 2026 in Göppingen war er Hauptredner unter dem Titel "Industriestandort retten, Heimat schützen".

Faktenfackel Bewertung

Zentrum / Zentrum Automobil ist keine glaubwürdige gewerkschaftliche Interessenvertretung. Die Organisation nutzt gewerkschaftliche Rhetorik, um rechtsextreme Netzwerke in Betrieben zu verankern und Einfluss auf Betriebsratsgremien zu gewinnen.

Fazit

Keine vertrauenswürdige Quelle. Aussagen zu Arbeitnehmerrechten und Gewerkschaftsfragen sind im Kontext des rechtsextremen Hintergrunds der Organisation zu bewerten.