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Der III. Weg

Neonazistische Kleinpartei, 2013 als Auffangbecken für die verbotene Szene um das Freie Netz Süd gegründet, von allen Verfassungsschutzbehörden als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt geführt.

Bildquelle: ©Der III. Weg
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Über die Quelle

"Der III. Weg" ist eine neonazistische Kleinpartei, die am 28. September 2013 in Heidelberg gegründet wurde. Gründer war der frühere NPD-Funktionär Klaus Armstroff, dem die NPD "zu lasch" geworden war. Die Partei wurde schnell zum Auffangbecken für radikale Neonazis aus Kameradschaften, die von Vereinsverboten bedroht waren, allen voran das im Juli 2014 verbotene Netzwerk "Freies Netz Süd" (FNS). Auch der heutige Bundesvorsitzende Matthias Fischer kam aus diesem Umfeld (taz: Die rechte Sekte).

Einstufung und Struktur

Laut dem Verfassungsschutzbericht 2025 des Bundes zählte die Partei Ende 2025 bundesweit rund 1.000 Mitglieder, nach 950 (2024) und 800 (2023) - die Zahl wächst seit Jahren kontinuierlich. Sitz ist Weidenthal in Rheinland-Pfalz, Bundesvorsitzender seit 2021 ist Matthias Fischer. Die Partei gliedert sich in vier Landesverbände (Bayern, Brandenburg, Sachsen, "West") und 29 lokale "Stützpunkte".

Bund und Länder führen "Der III. Weg" durchgehend als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt, nicht als bloßen Verdachtsfall wie etwa die AfD. Das nordrhein-westfälische Innenministerium begründet die nachrichtendienstliche Beobachtung nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 VSG NRW damit, dass das Parteiprogramm eine "ethnisch homogene Gesellschaft im Sinne des völkischen Nationalismus" anstrebe, die durch "rigide Ausgrenzung aller vermeintlich Fremden ohne Rücksicht auf die Menschenrechte" verwirklicht werden solle (Verfassungsschutzbericht NRW 2025, PDF, S. 112). Der baden-württembergische Verfassungsschutz bezeichnet den "verfassungsfeindlichen Charakter der Partei" als "eindeutig" (Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2024, PDF, S. 51).

Ideologie

Die Partei orientiert sich programmatisch am historischen Nationalsozialismus: Ihr "Zehn-Punkte-Programm" greift laut dem Verfassungsschutzbericht Bayern 2025 Elemente des 25-Punkte-Programms der NSDAP auf und fordert die "Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes". Als Fernziel nennt sie einen "Deutschen Sozialismus"; ihr Programm sieht zudem die "Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen" vor, also einen geschichtsrevisionistischen Anspruch auf das Gebiet des historischen Deutschen Reichs.

Antisemitismus ist laut dem Verfassungsschutzbericht 2025 des Bundes ein prägendes Element der Partei: Sie bezeichnet Israel regelmäßig als "Terrorstaat" und wirft dem Land einen "alttestamentarischen Vernichtungswillen" vor. Der bayerische Verfassungsschutz dokumentiert daneben wiederkehrende antisemitische Stereotype über angeblich im Hintergrund agierende "jüdische Eliten" (Verfassungsschutzbericht Bayern 2025, s. o.).

Nationalrevolutionäre Jugend (NRJ)

Die "Nationalrevolutionäre Jugend" (NRJ) ist die Jugendorganisation der Partei und richtet sich laut dem Bundesverfassungsschutz gezielt an 12- bis 25-Jährige, insbesondere an männliche, gewaltorientierte Jugendliche (Verfassungsschutzbericht 2025 des Bundes, s. o.). Auf dem Gesamtparteitag am 3. Oktober 2025 wurde die NRJ per Satzungsänderung offiziell zum "integralen Bestandteil der Partei" erklärt; eine separate Mitgliederzahl erhebt die Bundesregierung deshalb nicht (Bundestagsdrucksache 20/12454).

Zur Rekrutierung setzt die NRJ auf Kampfsport, Wanderungen und eine sogenannte "Schulhof-Offensive" sowie auf TikTok-Propaganda. 2023 veröffentlichte der "III. Weg" das Handbuch "Nuovi Arditi" für die NRJ, das offen Gewaltbereitschaft propagiert: "Wir sagen ganz offen, dass wir gewaltbereit sind" (Verfassungsschutzbericht Bayern 2025, s. o.). Insbesondere NRJ-Mitglieder aus dem Raum Berlin/Brandenburg sind laut Bundesverfassungsschutz wiederholt durch aggressives Auftreten und gewalttätige Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern aufgefallen (Verfassungsschutzbericht 2025 des Bundes, s. o.).

Strafverfahren und Verbotsdebatte

Ein Verbotsverfahren gegen die Gesamtpartei gibt es bislang nicht, wohl aber langjährige politische Forderungen danach: Die bayerische Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze verlangte bereits am 3. Januar 2018 ein Vereinsverbot sowie den Ausschluss von der Parteienfinanzierung, weil die Partei "personelle und organisatorische Überschneidungen" mit dem verbotenen Freien Netz Süd aufweise (Grüne Landtagsfraktion Bayern). Zu einem Verbot kam es bislang nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 10. Oktober 2024 (Az. 2 C 15.23), dass ein aktives Mitglied und Funktionär von "Der III. Weg" zu Recht von der Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst in Bayern ausgeschlossen worden war. Der Kläger hatte sich in "hervorgehobenen Funktionen" für die Partei engagiert und seine "verfassungsfeindliche Gesinnung" auch in eigenen Reden gezeigt; bereits zuvor war er für die NPD und das inzwischen verbotene Freie Netz Süd aktiv gewesen (Bundesverwaltungsgericht: Pressemitteilung Nr. 48/2024).

Faktenfackel Bewertung

"Der III. Weg" ist keine journalistische oder wissenschaftliche Quelle, sondern eine von Bund und Ländern als rechtsextremistisch beobachtete politische Partei. Eigendarstellungen auf der Parteiwebseite und in eigenen Publikationen sind Propaganda und taugen nicht als Beleg für Tatsachenbehauptungen - sie können höchstens als Beleg dafür dienen, was die Partei selbst öffentlich vertritt. Programmatisch knüpft die Partei bewusst an den historischen Nationalsozialismus an und verbreitet systematisch antisemitische, rassistische und geschichtsrevisionistische Positionen.

Anders als etwa die Nachfolgepartei der NPD, Die Heimat, spielt "Der III. Weg" bundesweit zahlenmäßig noch eine kleinere Rolle, wächst aber kontinuierlich und investiert gezielt in die Jugendarbeit über die NRJ, um langfristig neue Kader zu gewinnen.

Fazit

"Der III. Weg" ist eine kleine, aber wachsende neonazistische Partei, die sich programmatisch offen am historischen Nationalsozialismus orientiert und gezielt Jugendliche über ihre Nebenorganisation NRJ rekrutiert. Aussagen der Partei und ihrer Jugendorganisation sind ausschließlich als Propaganda einzuordnen; belastbare Fakten über die Partei stammen aus Verfassungsschutzberichten, Gerichtsentscheidungen und unabhängigem Recherchejournalismus.