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Stand: 28.03.2026

Digital Independence Day, Aufruf aus dem Big-Tech-Gefängnis auszubrechen

Link Beschreibung

Marc-Uwe Kling liest in dem Reel einen Abschnitt aus dem "Känguru-Manifest" (oder einem verwandten Text) vor, in dem das Känguru den Protagonisten zum "Digital Independence Day" (DIT) bekehrt. Der Clip wirbt für die Kampagne di.day, die von Save Social, Networks for Democracy koordiniert wird. Kling selbst ist Mitglied des Beirats von Save Social.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Sind di.day und savesocial.eu real? Ja. Di.day ist eine existierende Kampagne, koordiniert von Save Social, Networks for Democracy, einer deutschen NGO unter Leitung von Björn Staschen. Zum Beirat gehören neben Kling u.a. Autorin Nina George sowie Journalistinnen und Medienwissenschaftler. Die Kampagne bietet unter di.day/category/rezepte konkrete "Wechselrezepte" an, praxisnahe Anleitungen für Migrationen wie WhatsApp zu Signal (20 min), Chrome zu Firefox (10 min) oder X zu Mastodon (25 min).

Was schlägt die Kampagne konkret vor? Jeden ersten Sonntag im Monat soll man einen Dienst wechseln ("sich bei einer Sache ummelden"), also schrittweise Abhängigkeiten von US-Tech-Konzernen reduzieren. Die Kampagne propagiert kein "digitales Reinheitsgebot", sondern einen "Plus eins"-Ansatz: Wer Big-Tech-Plattformen aus geschäftlichen oder aktivistischen Gründen nicht verlassen kann, soll zumindest parallel Alternativen aufbauen.

Zu den inhaltlichen Behauptungen im Reel:

Kling/das Känguru nennt als konkretes Beispiel, dass Microsoft nach Trump-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof den E-Mail-Account des Chefanklägers deaktiviert habe. Dieser Vorfall ist faktisch belegt: Im Februar 2025 sperrte Microsoft tatsächlich Accounts von IStGH-Mitarbeitern, nachdem Trump per Executive Order Sanktionen gegen den Gerichtshof verhängt hatte. Das verdeutlicht die im Reel beschriebene Abhängigkeit plastisch.

Das Argument, Big-Tech-Konzerne "saugen massiv Geld aus der Realwirtschaft" und zahlen kaum Steuern, ist ein bekanntes und gut belegtes strukturelles Problem der digitalen Plattformökonomie, auch wenn die Formulierung karikaturistisch zugespitzt ist.

Fazit

Di.day und savesocial.eu sind reale, aktive Initiativen mit nachvollziehbaren Zielen. Das Reel ist kein Faktencheck, sondern ein Aktivierungs-Clip, eine literarische Werbung für eine digitale Unabhängigkeitskampagne. Die im Reel genannten konkreten Beispiele (IStGH/Microsoft, Steuerumgehung) sind faktisch gedeckt. Der Grundgedanke, strukturelle Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen als demokratiepolitisches Problem, ist legitim und wird auch in der Forschung ernsthaft diskutiert.

Unser Beitrag zum DIT: Lagerfeuerbeitrag: Digitale Unabhängigkeit

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