Link Beschreibung
Maurice Höfgen kommentiert Dieter Bohlens Behauptung, Friedrich Merz plane eine Enteignung der Sparkonten.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Dieter Bohlen hatte bei Kettner-Edelmetalle erklärt, Merz habe gesagt, "die Deutschen haben 2,8 Billionen auf ihren Sparbüchern, da können wir doch mal vielleicht 10 Prozent davon haben." Daraus schloss Bohlen, die Regierung wolle den Leuten ihre Sparkonten wegnehmen.
Höfgen korrigiert das direkt: Merz hat dieses Statement nicht "jetzt" (also im Januar 2026) gemacht, sondern im Oktober 2024 auf dem CSU-Parteitag in Augsburg. Und er hat auch nicht das gesagt, was Bohlen hineininterpretiert. Im Originalzitat von Merz heißt es: "Auf den deutschen Konten, Sparkonten und laufenden Girokonten liegen 2,8 Billionen Euro. Stellen Sie sich mal einen kurzen Augenblick vor, wir wären in der Lage, davon nur 10 Prozent zu mobilisieren, mit einem vernünftigen Zinssatz für die öffentliche Infrastruktur in Deutschland."
Merz schlug also vor, privaten Anlegern attraktive Zinsen zu bieten, damit diese freiwillig Kapital in öffentliche Infrastruktur investieren, ein klassisches Anreizmodell, keine Enteignung. Der GADMO-Faktencheck und der dpa-Faktencheck kommen beide zu demselben Schluss: Die Enteignungsbehauptung ist falsch. Ein staatlicher Zwangszugriff auf Privatkonten wäre verfassungsrechtlich nicht möglich.
Höfgen stellt abschließend klar, was Merz tatsächlich plant: Reichen Privatanlegern zu ermöglichen, ihr Kapital in öffentliche Infrastruktur zu stecken und dort sichere Renditen zu erwirtschaften. Das sei "schade eigentlich", also weit entfernt von einer Vermögenssteuer oder Enteignung, aber eben auch kein progressives Programm.
Höfgens Einordnung des Originalzitats ist korrekt. Seine Kritik an Bohlen, "rechtes Geschwurbel" und mangelnde Auffassungsgabe, trifft den Punkt: Bohlen hat Merz' Statement aus dem Oktober 2024 zeitlich falsch eingeordnet und inhaltlich ins Gegenteil verdreht.
Fazit
Bohlen verbreitet Fake News: Merz hat keine Enteignung der Sparkonten angekündigt, sondern Anreize für freiwillige private Infrastrukturinvestitionen vorgeschlagen. Höfgens Korrektur ist sachlich richtig, auch wenn er Merz' tatsächliches Vorhaben gleichzeitig links-kritisch einordnet.
