Stefan Homburg
Pensionierter Finanzprofessor, seit der Corona-Pandemie bundesweit bekannt für Falschbehauptungen und einschlägige Verurteilungen

Über die Quelle
Stefan Homburg (* 10. März 1961) ist ein deutscher Finanzwissenschaftler. Von 1997 bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand 2021 war er Professor für Öffentliche Finanzen an der Leibniz Universität Hannover, zuvor beriet er als parteiloser Wissenschaftler unter anderem den Bundestag und saß im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums.
Bundesweit bekannt wurde Homburg während der Corona-Pandemie durch seine Kritik an den staatlichen Maßnahmen. Ein Faktencheck von CORRECTIV stufte seine Argumentation zur Wirksamkeit des Lockdowns als irreführend ein, mehrere Wissenschaftler warfen ihm methodische Fehler bei der Auswertung von Infektionszahlen vor. Homburg verglich Corona-Maßnahmen wiederholt mit der Zeit des Nationalsozialismus und sprach unter anderem von einer "Bundeskristallnacht", einer Anspielung auf die Novemberpogrome 1938 (Quelle: Wikipedia).
Im Juni 2025 verurteilte ihn das Amtsgericht Hannover wegen der Verwendung der SA-Parole "Alles für Deutschland" in zwei Beiträgen auf X zu einer Geldstrafe von 10.400 Euro (80 Tagessätze). Das Gericht sah darin den bewussten Versuch, ein zentrales NS-Kennzeichen zu enttabuisieren, und verwarf Homburgs Einlassung, er habe nur einen "pädagogischen Trick" angewendet. Laut Legal Tribune Online hat Homburg gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Seit der Pandemie äußert er sich zunehmend auch zum Klimawandel, den er als "ähnliche Legende wie die Coronapandemie" bezeichnet. Im Juni 2023 trat er bei einer Werteunion-Veranstaltung gemeinsam mit Hans-Georg Maaßen auf, im November 2023 sprach er zudem beim "Corona-Symposium" der AfD-Bundestagsfraktion.
Auf der Plattform X kommentiert Homburg mit großer Reichweite tagesaktuelle Themen, darunter wiederholt angebliche Unregelmäßigkeiten bei Wahlen. Der Faktencheck-Blog Volksverpetzer dokumentiert mehrere Fälle, in denen Homburg wegen unbelegter Tatsachenbehauptungen presserechtlich abgemahnt wurde.
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Faktenfackel Bewertung
Homburg tritt öffentlich als Wissenschaftler auf, verbreitet aber seit der Corona-Pandemie regelmäßig unbelegte oder widerlegte Tatsachenbehauptungen und drastische historische Vergleiche. Die Verurteilung wegen einer SA-Parole 2025 zeigt, dass es sich bei einem Teil seiner Äußerungen nicht mehr um bloße Meinungsäußerung, sondern nach Ansicht des erstinstanzlichen Gerichts um eine Straftat handelt (Homburg hat Rechtsmittel eingelegt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig). Kommentare Homburgs zu tagesaktuellen Ereignissen, etwa zu Wahlen, sind ohne unabhängige Bestätigung nicht als verlässliche Tatsachenbehauptung zu werten.
Fazit
Stefan Homburg ist ein ehemaliger Wissenschaftler mit heute vor allem politisch-agitatorischer Öffentlichkeitsarbeit und mehreren dokumentierten Fällen von Desinformation. Seine Aussagen bedürfen grundsätzlich unabhängiger Prüfung.