Björn Höcke
Björn Höcke (* 1972) ist Politiker der und seit 2014 Mitglied des Thüringer Landtags, wo er die AfD-Fraktion als Vorsitzender führt. Er gilt als einer der exponiertesten Vertreter des völkisch-nationalistischen Flügels der Partei und wurde 2024 zweimal rechtskräftig wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Parole verurteilt.

Björn Höcke (* 1972) ist Politiker der Die "Alternative für Deutschland" und seit 2014 Mitglied des Thüringer Landtags, wo er die AfD-Fraktion als Vorsitzender führt. Er gilt als einer der exponiertesten Vertreter des völkisch-nationalistischen Flügels der Partei und wurde 2024 zweimal rechtskräftig wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Parole verurteilt.
Über die Quelle
Björn Höcke wurde am 1. April 1972 in Lünen, Westfalen, geboren. Er studierte Sport und Geschichte auf Lehramt und arbeitete von 1999 bis 2014 als Gymnasiallehrer in Hessen. 2013 war er Mitgründer des AfD-Landesverbands Thüringen; nach der Landtagswahl 2014 zog er in den Thüringer Landtag ein und wurde unmittelbar zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.
Höcke ist maßgeblicher Kopf und Gründungsfigur des sogenannten "Flügels", einem völkisch-nationalistischen Zusammenschluss innerhalb der AfD. Das Verfassungsschutz stufte den Flügel 2020 zunächst als Verdachtsfall, dann als "gesichert rechtsextremistisch" ein; Höcke persönlich gilt den Behörden als Rechtsextremist. Der Flügel löste sich 2020 formal auf, sein Netzwerk blieb jedoch bestehen.
Politische Karriere
Bei der Landtagswahl 2019 verdoppelte die AfD Thüringen unter Höckes Führung ihren Stimmenanteil auf 23 Prozent. Bei der Landtagswahl 2024 erreichte sie 32,8 Prozent und wurde stärkste Partei. Es war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestufte Partei eine Landtagswahl gewann. Da keine andere Partei mit der AfD koalieren wollte, blieb Höcke trotz des Wahlsiegs ohne Regierungsverantwortung; Ministerpräsident wurde Mario Voigt (CDU) mit einer Koalition aus CDU, BSW und SPD.
Strafrechtliche Verurteilungen
Im Mai und Juli 2024 verurteilte das Landgericht Halle Höcke in zwei getrennten Verfahren wegen der Verwendung der verbotenen SA-Parole "Alles für Deutschland" nach § 86a StGB. Im ersten Fall hatte er die Parole bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Merseburg im Mai 2021 verwendet, im zweiten bei einem AfD-Stammtisch mit rund 350 Teilnehmern in Gera im Dezember 2023. Die Geldstrafen beliefen sich auf insgesamt 29.900 Euro (100 bzw. 130 Tagessätze zu je 130 Euro). Der Bundesgerichtshof bestätigte beide Urteile im August 2025 und verwarf Höckes Revisionen (BGH-Pressemitteilung, August 2025). Die Verurteilungen sind damit rechtskräftig.
Dresdner Rede 2017
Im Januar 2017 hielt Höcke vor der Jungen Alternative in Dresden eine Rede, in der er das Berliner Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnete und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" forderte. Die deutsche Gedenkkultur nannte er "dämliche Bewältigungspolitik". Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die Äußerungen scharf als "zutiefst empörend und vollkommen inakzeptabel". Innerhalb der AfD leitete die damalige Parteivorsitzende Frauke Petry daraufhin ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke ein, das 2018 jedoch vor dem Landesschiedsgericht der AfD Thüringen scheiterte.
Pseudonym Landolf Ladig
Dem Parteiausschlussantrag lagen auch Vorwürfe zugrunde, Höcke habe ab 2011 unter dem Pseudonym "Landolf Ladig" Artikel in rechtsextremen, NPD-nahen Publikationen veröffentlicht. Linguistische Analysen des Soziologen Andreas Kemper belegten starke stilistische und inhaltliche Übereinstimmungen zwischen Höckes öffentlichen Texten und den "Ladig"-Artikeln. Höcke stritt die Urheberschaft stets ab; eine gerichtliche Klärung blieb aus.
Spitzname "Bernd Höcke"
Die ZDF Heute Show verwendete den Namen "Bernd Höcke" als satirisches Mittel, um Höcke zu verhöhnen. Der falsche Vorname etablierte sich anschließend in Teilen der Internet-Kultur und sozialer Medien als ironischer Spitzname. Wikipedia führt einen eigenen Artikel unter dem Lemma Bernd Höcke, der die Herkunft und Verbreitung des Namens dokumentiert.
Buch
2018 erschien das als Interview angelegte Buch "Nie zweimal in denselben Fluss" (Gespräch mit Sebastian Hennig, Manuscriptum-Verlag), in dem Höcke seinen politischen Werdegang und sein Weltbild darlegte. Das Werk erschien in einem Verlag, der dem neurechten Spektrum zugerechnet wird.
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Faktenfackel Bewertung
Björn Höcke ist eine der meistzitierten und einflussreichsten Figuren des deutschen Rechtsextremismus. Seine Aussagen kombinieren regelmäßig nationalistische und völkische Rhetorik mit bewusst vieldeutigen Formulierungen, die Nähe zu NS-Ideologie andeuten, ohne explizit zu werden. Zwei rechtskräftige Strafurteile wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Parole unterstreichen, dass diese Grenzüberschreitungen nicht nur diskursiv, sondern auch juristisch relevant sind.
Als Primärquelle ist Höcke als politischer Akteur relevant, wenn es um seine eigenen Aussagen, Positionen und Auftritte geht. Seine Aussagen sind sorgfältig einzuordnen: Er nutzt Sprache strategisch zur Provokation und Normalisierung rechtsextremer Positionen. Aus Medien oder anderen Quellen zitierte Behauptungen über Höcke sollten auf die Originalquelle zurückgeführt werden.
Fazit
Björn Höcke ist einer der zentralen Akteure der deutschen Rechtsaußen-Politik. Zitate und Aussagen von ihm sind für Faktenchecks zu AfD-Positionen relevant, erfordern jedoch stets eine präzise Einordnung von Kontext und Aussageabsicht.