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Martin Hess

AfD-Bundestagsabgeordneter für Ludwigsburg, Obmann im Innenausschuss und stellvertretender innenpolitischer Sprecher der Fraktion, ehemaliger Polizeibeamter

Bildquelle: ©Martin Hess
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Über die Quelle

Martin Hess (* 11. Januar 1971 in Hechingen) ist Bundestagsabgeordneter der Die "Alternative für Deutschland" und vertritt den Wahlkreis Ludwigsburg, in den er seit der Bundestagswahl 2017 jeweils über die Landesliste Baden-Württemberg eingezogen ist. Vor seiner politischen Laufbahn war er 27 Jahre lang Polizeibeamter in Baden-Württemberg: Nach dem Abitur 1990 durchlief er Streifendienst und Bereitschaftspolizei, studierte 2001 bis 2004 an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen und arbeitete ab 2010 als Dozent, zuletzt am Institut für Fortbildung der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Böblingen. Für sein Bundestagsmandat wurde er 2017 vom Polizeidienst freigestellt (afdbundestag.de: Abgeordnetenprofil; Wikipedia: Martin Hess).

Hess trat im April 2013 in die AfD ein. Von März 2017 bis Februar 2019 war er stellvertretender Sprecher der AfD Baden-Württemberg. Bei der Wahl zum Landesvorsitz im Februar 2019 unterlag er knapp mit 341 zu 371 Stimmen gegen Dirk Spaniel; im Vorfeld kursierte eine anonyme E-Mail an den parteiinternen Verteiler mit der unbelegten Behauptung, Hess sei vom Verfassungsschutz in die Partei "eingeschleust" worden. Hess wies dies als "unwahre und rufschädigende Behauptung" zurück und leitete nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen den Urheber ein (Wikipedia: Martin Hess, mit Verweis auf dpa-Berichterstattung). 2022 scheiterte ein zweiter Anlauf auf den Landesvorsitz am erforderlichen Quorum, die Partei wählte stattdessen Markus Frohnmaier und Emil Sänze zu Landesvorsitzenden. Seit Februar 2020 ist Hess stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Baden-Württemberg und wurde zuletzt im Juni 2026 auf dem Landesparteitag in Heidenheim mit 94,24 Prozent der Stimmen in diesem Amt bestätigt (Ludwigsburg24: Ludwigsburger Bundestagsabgeordneter Martin Hess erneut zum Vize-Landesvorsitzenden gewählt).

Im Bundestag gehört Hess seit 2017 durchgehend dem Innenausschuss an. Nach Angaben seiner Fraktion ist er seit Januar 2018 stellvertretender innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion (afdbundestag.de: Abgeordnetenprofil); eine von der Fraktion vorgeschlagene Wahl zum Vorsitzenden des Innenausschusses scheiterte am 15. Dezember 2021 im Bundestag deutlich mit 6 Ja- gegen 40 Nein-Stimmen (Wikipedia: Martin Hess). Im 21. Bundestag ist er seit Mai 2025 zugleich Obmann seiner Partei im Innenausschuss.

Politisch bündelt Hess seine Auftritte fast ausschließlich um innere Sicherheit, Polizei, Islamismus und Migration: Er fordert seit Jahren dauerhafte Grenzkontrollen und die Zurückweisung von Personen ohne Einreiselegitimation, verlangt eine schnellere Abschiebung sogenannter islamistischer Gefährder samt Gewahrsam bis zur Abschiebung und trat 2019 für ein Verbot von Indymedia und der Interventionistischen Linken ein. Schärferes Waffenrecht und Messerverbotszonen lehnte er 2020 dagegen als "politischen Aktionismus" ab (Quelle jeweils Wikipedia: Martin Hess).

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Hess tritt vor allem über Pressemitteilungen der AfD-Bundestagsfraktion zu Kriminalitäts- und Sicherheitsthemen in Erscheinung. Ein wiederkehrendes Muster: Einzelne Statistiken oder Ereignisse werden korrekt benannt, dann aber pauschal auf die Migrations- und Einbürgerungspolitik der "Altparteien" zurückgeführt, auch wenn der konkrete Fall diese Ableitung nicht trägt. So verband er im April 2026 den leichten Rückgang der PKS-Zahlen mit der Cannabis-Legalisierung und "Merkel 2015" (AfD-Pressemitteilung vom 20. April 2026), im Juli 2026 den islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD mit einer geforderten "Migrationswende", obwohl der Tatverdächtige in Berlin geboren und deutscher Staatsbürger war (AfD-Pressemitteilung vom 26. Juli 2026). Sein Vorwurf des Behördenversagens ist dabei nicht per se unbegründet, in beiden Fällen sind Zahlen und Chronologie korrekt, die politische Zuspitzung auf Migration und Einbürgerung geht aber regelmäßig über das hinaus, was der jeweilige Fall belegt. Dasselbe Muster prägt auch seine eigene Wahlkreis-Website, auf der er "eine total verfehlte Migrationspolitik der letzten Jahrzehnte" pauschal als "Hauptursache" für Kriminalität, Terrorgefahr und Parallelgesellschaften benennt (martin-hess-klartext.de: Über mich).

Als stellvertretender Landesvorsitzender führt Hess zudem einen Landesverband mit, den der Verfassungsschutz seit 2022 als rechtsextremistischen Verdachtsfall beobachtet; die Einstufung ist seit einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg 2024 gerichtlich bestätigt (CORRECTIV: Wie stuft der Verfassungsschutz die AfD in den Bundesländern ein? (17. Juni 2026)).

Fazit

Parteipolitische Quelle mit klarer sicherheitspolitischer Agenda und einer Führungsrolle im als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuften AfD-Landesverband Baden-Württemberg. Sachverhalte und Zahlen in seinen Pressemitteilungen sind meist zutreffend, die migrationspolitische Zuspitzung geht aber regelmäßig über das hinaus, was der jeweilige Einzelfall belegt, und sollte vor jeder Übernahme gegen den konkreten Fall geprüft werden.