Zur Quelle "Bundeszentrale für politische Bildung" springen
Stand: 20.04.2026

BpB: Links- und rechtsextremistische Straftaten im Vergleich

Wahr

Link Beschreibung

Dossier-Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung, der links- und rechtsextremistische Straftaten in Deutschland anhand der BKA-Daten zur "Politisch motivierten Kriminalität" (PMK) vergleicht. Der Artikel zeigt, dass ein oberflächlicher Zahlenvergleich zu Fehlschlüssen führt: Rechtsextremistische Straftaten überwiegen zahlenmäßig stark, teils bedingt durch rechtsextremismus-spezifische Propagandadelikte, die im Linksextremismus keine Entsprechung haben. Qualitativ ist die Gewaltintensität bei rechtsextremistischen Tätern deutlich höher.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Artikel von Diplom-Politologe und Fachhochschul-Dozent Axel Grünewald analysiert die BKA-Statistiken zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) für die Jahre 2021 und 2022 und zeigt methodische Fallstricke bei vereinfachenden Vergleichen auf. Grundlage sind die offiziellen Daten aus dem Verfassungsschutzbericht 2022 des Bundesinnenministeriums.

Zentrale Aussagen: Im Jahr 2022 standen 3.847 linksextremistischen 20.967 rechtsextremistische Straftaten gegenüber. Diese Differenz erklärt sich zu einem wesentlichen Teil durch rechtsextremismus-spezifische Propagandadelikte (2022: 13.026 Fälle rechts, nur 61 links), für die es im Linksextremismus keine vergleichbare Kategorie gibt. Bei den Gewalttaten zeigt sich ein anderes Bild: 2021 waren linksextremistische (987) und rechtsextremistische (945) Gewalttaten fast gleich auf. Entscheidend ist aber die Gewaltintensität. Körperverletzungsdelikte, die als Indikator für höhere Gewaltintensität gelten, waren 2021 im Rechtsextremismus mit 783 Fällen (83 Prozent der Gewalttaten) weit häufiger als im Linksextremismus mit 362 Fällen (37 Prozent). Linksextreme Gewalt konzentriert sich dagegen stärker auf Sachbeschädigungen (2021: 3.419 Fälle links, 923 rechts).

Die Zahl politisch motivierter Todesopfer unterstreicht die qualitative Differenz: Im Linksextremismus liegen die Tötungsdelikte seit 1990 im einstelligen Bereich, im Rechtsextremismus im dreistelligen Bereich.

Fazit

Die BpB-Analyse belegt nachvollziehbar, dass rechtsextremistische Gewalt qualitativ gefährlicher ist als linksextremistische, auch wenn die bloße Gewalttatenzahl in einzelnen Jahren annähernd gleich ausfallen kann. Der Artikel liefert ein nützliches Handwerkszeug gegen vereinfachende "Links ist genauso schlimm wie Rechts"-Gleichsetzungen.

Verwendungen

Faktenchecks