Link Beschreibung
Offizielle Übersichtsseite der Bundesnetzagentur zum Einspeise- und Netzengpassmanagement. Sie erläutert, warum Netzbetreiber bei drohenden Netzengpässen die Einspeisung einzelner Erzeugungsanlagen reduzieren oder konventionelle Kraftwerke für Mehrerzeugung (Redispatch) einsetzen, und dokumentiert Kosten sowie Entwicklung dieser Maßnahmen.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Das Einspeisemanagement (EinsMan) ist das gesetzliche Instrument, mit dem Netzbetreiber Strom aus erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen vorübergehend abregeln dürfen, wenn das Netz droht überlastet zu werden (§§ 14, 15 EEG). Es gilt als "letztes Mittel": Erst müssen andere Maßnahmen ausgeschöpft sein, insbesondere die Abregelung konventioneller Kraftwerke (Redispatch). Für zwangsweise abgeregelten Strom haben Anlagenbetreiber Anspruch auf Entschädigung durch den Netzbetreiber.
Die BNetzA-Seite verweist auf ihren Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement 3.0 (Stand Juni 2018), der Berechnungsmethoden für Entschädigungszahlungen festlegt. Die abgeregelten Mengen sind über die Jahre stark gewachsen: 2019 wurden rund 6.482 GWh abgeregelt, 2022 bereits rund 8.000 GWh, und 2023 stieg die Zahl weiter auf rund 10.500 GWh. Wind macht dabei etwa 97 Prozent der Ausfallarbeit aus. Die Kosten für die Abregelung Erneuerbarer stiegen 2023 auf rund 600 Millionen Euro (2022: 200 Millionen Euro), laut SMARD: Netzengpassmanagement im Jahr 2023. Die Gesamtkosten des Netzengpassmanagements sanken 2024 auf rund 2,78 Milliarden Euro (2023: 3,34 Milliarden Euro), so Energie und Management: Netzengpasskosten 2024 um 500 Millionen Euro gesunken.
Der strukturelle Grund für den Anstieg: Der Ausbau der Erneuerbaren hat in vielen Regionen den Netzausbau deutlich überholt. Besonders in Nord- und Ostdeutschland entstehen regelmäßige Engpässe, weil der dort produzierte Windstrom nicht in die Verbrauchszentren im Süden und Westen transportiert werden kann.
Fazit
Die BNetzA-Seite ist eine nüchterne, gut belegte Primärquelle zu einem zentralen Mechanismus der Energiewende. Die wachsenden Abregelungsmengen und -kosten belegen das strukturelle Netzproblem in Deutschland: Erneuerbare-Kapazitäten wachsen schneller als die Netzinfrastruktur.
