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Stand: 07.04.2026

Bundestag: Nur 64 Prozent der Fernverkehrszüge waren 2023 pünktlich

Link Beschreibung

Die Kurzmeldung des Bundestags (hib 116/2024) fasst die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (Drucksache 20/10086) zusammen. Die Kernaussage: Im Jahresdurchschnitt 2023 waren nur 64 Prozent der Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn "betrieblich pünktlich" - das bedeutet höchstens 5 Minuten und 59 Sekunden Verspätung bei der Ankunft. Im November 2023 fiel der Wert auf 52 Prozent. Das Pünktlichkeitsziel für 2024 wurde auf 71,5 Prozent gesetzt.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die im Bundestag zitierten Zahlen stammen nach Angaben der Bundesregierung von der DB AG selbst und sind gut belegt. Der Jahreswert von 64 Prozent für den Fernverkehr ist in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der CDU/CSU (Drucksache 20/10356) dokumentiert und durch t-online: "Deutsche Bahn verpasst 2023 eigene Ziele zur Pünktlichkeit" (10. November 2023) medial bestätigt.

Der November-Wert von 52 Prozent ist besonders bemerkenswert: Laut mehreren Medienberichten war dies der schlechteste Pünktlichkeitswert seit acht Jahren. Das entspricht einem Rückfall auf das Niveau von 2015. Die DB verfehlte damit ihr eigenes Pünktlichkeitsziel für 2023 deutlich - dieses hatte bei 70 Prozent gelegen, wie der Tagesspiegel berichtete.

Als Ursachen nennt die Bundesregierung (auf Basis der DB-Angaben) zwei Ebenen: strukturelle Dauerfaktoren (überlastetes Schienennetz, Infrastrukturstörungen, umfangreiche Baustellen) und November-spezifische Sonderereignisse (Oberleitungsstörung Hannover, Zwischenfall in Reichertshausen, Langsamfahrstellen, Grenzkontrollen im stehenden Zug, Lokführerstreik am 15./16. November 2023). Laut Handelsblatt (Dezember 2023) waren im November 2023 rund 75 Prozent der Fernverkehrszüge von mindestens einer Baustelle betroffen - eine Zahl, die sich auch in der Antwort der Bundesregierung (Drucksache 20/10356) findet.

Die DB hatte 2023 nach eigenen Angaben eine Rekordinvestition von 7,6 Milliarden Euro in die Schiene getätigt - ein Widerspruch zu der im Quellenlink ursprünglich formulierten Aussage über "strukturelle Unterinvestition". Richtiger ist: Es gab jahrzehntelangen Investitionsstau, der jetzt mit hohem Bautempo abgearbeitet wird. Dieses hohe Bauvolumen selbst ist kurzfristig eine der Hauptursachen für Verspätungen, auch wenn es langfristig die Pünktlichkeit verbessern soll.

Fazit

Die Zahlen sind korrekt und durch mehrere unabhängige Quellen bestätigt. Der Bundestag gibt hier eine sachliche Kurzfassung einer Regierungsantwort wieder, die auf DB-eigenen Daten basiert. Der November-Wert von 52 Prozent war der schlechteste seit acht Jahren und hatte sowohl strukturelle als auch kurzfristige Ursachen.

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