Arnold Tukker
Niederländischer Umweltwissenschaftler, Professor für Industrial Ecology in Leiden und Mitautor der viel zitierten Ökobilanz-Studie zu Elektroautos.

Über die Quelle
Arnold Tukker ist Professor für Industrial Ecology am Institute of Environmental Sciences (CML) der Universität Leiden. Von 2013 bis 2022 leitete er das Institut als wissenschaftlicher Direktor, 2023 ernannte ihn die Universität zum Distinguished Professor für inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung. Daneben hält er eine kleine Position bei der niederländischen Forschungsorganisation TNO. Er war maßgeblich am Aufbau der globalen Input-Output-Datenbank EXIOBASE beteiligt, ist seit 2018 Mitglied der European Academy of Sciences und wird seit 2019 als Highly Cited Researcher geführt.
Für Faktenfackel ist Tukker relevant, weil aus seiner Arbeitsgruppe die Ökobilanz-Studie stammt, aus der die vielzitierte Zahl kommt, batterieelektrische Autos sparten im Schnitt 41 Prozent CO2 gegenüber Verbrennern. Diese Zahl wird in der deutschen Debatte um das Verbrenner-Aus gegen den Umstieg auf Elektroautos ins Feld geführt. Tukker hat der Deutung öffentlich widersprochen.
Links
- https://www.universiteitleiden.nl/en/staffmembers/arnold-tukker
- https://www.tno.nl/en/about-tno/our-people/arnold-tukker/
- https://nl.linkedin.com/in/arnold-tukker-0697922
Faktenfackel Bewertung
Tukker ist ein etablierter, vielzitierter Wissenschaftler mit langer Institutsgeschichte am CML der Universität Leiden und ohne erkennbare parteipolitische Bindung. Als Ko-Autor der zugrunde liegenden Ökobilanz-Studie zu Elektroautos (Tang et al., 2023) ist er eine maßgebliche Stimme, wenn es um die korrekte Auslegung dieser Arbeit geht. Dass er und seine Ko-Autoren der öffentlichen Umdeutung ihrer eigenen, peer-reviewten Studie widersprechen, spricht gegen die politische Lesart, wie sie unter anderem in der Rezeption des TUM-Whitepapers in Politik und Medien verbreitet wurde. Bestätigt wird diese Einschätzung durch unabhängige fachliche Kritik am Whitepaper selbst.
Fazit
Als Ko-Autor ist Tukker in eigener Sache befangen, für die Frage, was die eigene Studie aussagt, aber die maßgebliche Instanz. Seine Angaben zur Auslegung von Tang et al. (2023) sind belastbar; wo er darüber hinaus verkehrspolitisch argumentiert, ist das eine begründete Fachposition und keine neutrale Zusammenfassung des Forschungsstands.