Zur Quelle "Fraunhofer ISE" springen
Stand: 02.04.2026

Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien, Ausgabe Juli 2024

Link Beschreibung

Regelmäßig aktualisierte Studie des Fraunhofer ISE zu den Stromgestehungskosten (LCOE) verschiedener Energieträger in Deutschland. Die Ausgabe Juli 2024 enthält erstmals auch Werte für neu zu bauende Kernkraftwerke: Die Gestehungskosten liegen zwischen 13,6 und 49,0 Cent/kWh - weit entfernt von den in der politischen Debatte kursierenden 3 Cent/kWh.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die Fraunhofer-ISE-Studie ist seit 2010 eine der meistzitierten deutschen Referenzen für Stromgestehungskosten. Die Ausgabe Juli 2024 umfasst erstmals auch Kernkraft-Neubaukosten. Die zentralen Befunde laut IWR-Zusammenfassung:

  • PV-Freiflächenanlagen: 4,1 bis 5,0 Cent/kWh
  • Onshore-Wind: 4,3 bis 9,2 Cent/kWh
  • Offshore-Wind: 5,5 bis 10,3 Cent/kWh
  • Neue Kernkraftwerke: 13,6 bis 49,0 Cent/kWh

Die große Bandbreite bei Kernkraft ergibt sich aus unterschiedlichen Volllaststunden-Annahmen und Investitionskosten. In einem Energiesystem mit hohem Erneuerbaren-Anteil würden die Gestehungskosten von Kernkraftwerken perspektivisch deutlich über denen von Gaskraftwerken liegen, da die technische Regelbarkeit von Kernkraft für ein flexibles System nur begrenzt umsetzbar ist.

Die Studie enthält keine Entsorgungskosten (Rückbau, Endlagerung) - die tatsächlichen Vollkosten von Kernkraft lägen damit noch höher. International bestätigen Vergleichsprojekte dieses Bild: Das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C kommt laut britischem CFD-Register auf über 16,7 Cent/kWh. Der Lazard LCOE+ Report 2024 nennt für Kernkraft-Neubau in den USA bis zu 222 USD/MWh (rund 20 Cent/kWh).

Fazit

Methodisch solide Referenzstudie des führenden deutschen Solarforschungsinstituts. Die Daten belegen klar, dass Kernkraft-Neubau mit 13,6 bis 49,0 Cent/kWh mehr als das Zehnfache des politisch behaupteten Wertes von 3 Cent/kWh kostet.

Verwendungen

Faktenchecks