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Stand: 16.01.2026

Migranten arbeiten nicht?

Was ist passiert?

Ein beliebtes Argument gegen Miganten ist, dass sie nicht arbeiten (wollen). Das führt zu hohen Belastungen der Sozialsysteme bei leeren Kassen und einem Gefühl der Ungerechtigkeit bei einigen deutschen Bürgern.

Faktencheck

Natürlich wird es Flüchtlinge geben, die sich gerne ohne Arbeit aufhalten wollen, weil selbst das Bürgergeld schon mehr ist, also sie von der Heimat gewohnt sind.

Der Großteil der Flüchtlinge und Zugewanderten , u. a. um ein besseres Leben zu führen. Aktuell arbeiten auch sind.

Wer grundsätzlich arbeiten darf

Grundsätzlich gilt, :

  • Anerkannte Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte und Personen mit humanitärem Aufenthalt:
    • Dürfen in der Regel uneingeschränkt arbeiten.
  • Asylsuchende und Geduldete:
    • Dürfen nur unter bestimmten Bedingungen und mit Erlaubnis arbeiten.

In die erste Gruppe fallen z.B. Flüchtlinge aus der Ukraine. Asylsuchende müssen Glück haben, um die Arbeitserlaubnis für einen konkreten Job auch zu bekommen. Ein Arbeitgeberwechsel ist sofort mit hohen Aufwänden verbunden.

Wartezeiten

Eine Arbeitsaufnahme kann , es gilt:

  • Generelles Arbeitsverbot für Asylsuchende ()
    • in den ersten 3 Monaten
    • wenn eine Ausweisung bevorsteht
    • wenn der Asylantrag abgelehnt wurde und kein Duldungsstatus vorliegt
    • wenn der Asylbewerber aus einem sicheren Herkunftsland stammt (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Republik Moldau, Senegal und Serbien) und der Antrag nach 2015 gestellt wurde
    • Geduldete Personen (also die kein Asyl haben, aber nicht ausgewiesen werden können) und das Ausweisungshindernis selbst verursacht haben
  • Nach 3 Monaten dürfen Asylsuchende eventuell arbeiten, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind (abhängig vom anvisierten Beruf, der Herkunftsregion, der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit usw.).
  • Nach 6 Monaten dürfen Asylsuchende arbeiten, wenn sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen und das generelle Verbot nicht greift

Also egal, ob man arbeiten will oder nicht, ohne diese Wartezeiten und Kriterien darf man nicht anfangen zu arbeiten. Im Besonderen die weichen Kriterien, z.B. ob eine Ausweisung bevorsteht, werden genutzt, um eine Arbeitserlaubnis zu verweigern.

Erforderliche Genehmigungen

Wenn man denn endlich die Chance hat, arbeiten zu dürfen, müssen je nach Status einige Genehmigungen zusätzlich eingeholt werden:

  • Asylsuchende / Geduldete:
    • Brauchen eine Arbeitserlaubnis von der Ausländerbehörde.
    • Oft zusätzlich Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit für eine konkrete Stelle.
  • Für jeden neuen Job ist oft ein neues Verfahren nötig

Typische Hürden in der Praxis

Wie sieht also aus, wenn die Flüchtlinge für sich selbst aufkommen wollen?

  • bei Behörden.
  • schreckt Arbeitgeber ab.
  • oder scheitert.
  • Unsicherer Aufenthaltsstatus macht Planung für Arbeitgeber und Geflüchtete schwierig (Siehe oben, bei drohender Abschiebung bekommt die Person keine Arbeitserlaubnis) und die Geflüchteten sind unattraktiv, weil der Aufwand jederzeit umsonst gewesen sein kann, weil die geflüchtete Person dann doch abgeschoben wird

Es ist also mitnichten so, dass die , sondern es wird vom Staat die Integration massiv und unnötigerweise erschwert.

Natürlich gibt es auch Migranten, die trotz Erlaubnis nicht arbeiten wollen, das ist nach mehreren Untersuchungen aber nur ein kleiner Bruchteil, der medial aber sehr ausgeschlachtet wird.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland

Wie in "Krise am Rentensystem" aufgearbeitet, ist der Arbeitsmarkt in Deutschland in der Krise. Der Wendepunkt ist schon lange überschritten, Maßnahmen bleiben aus.

Die Arbeitnehmer werden im Schnitt immer älter, die Zahl der zahlenden Arbeitnehmer pro Rentner sind jetzt schon seit Jahrzehnten zu gering und der Effekt wird jedes Jahr schlimmer.

Deutschland fehlen nicht nur Facharbeiter, es fehlt in allen Bereichen an Arbeitnehmern, die die notwendigen Aufgaben ausführen können und wollen.

Leider wird Migration hier nicht als Chance gesehen und dank Polemik und Propaganda wird die Gruppe, die dem Land helfen kann, die Krise abzumildern, auch noch vergrault und in die Kriminalität getrieben.

Integration, Hilfe und Förderung würde sich schnell rentieren und die Integration und Akzeptanz nach vorne bringen. Wie schon in der Zeit des Wirtschaftswunders mit den "Gastarbeitern" gezeigt wurde, ist Arbeit ein großer Faktor um Integration zu fördern und Angst in der Bevölkerung zu reduzieren, weil Migranten kein Schreckgespenst aus der Zeitung sind, sondern Kollegen am Arbeitsplatz.

Siehe u. a. Studien von:

  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
  • Universität Duisburg Essen

Fazit

Die Aussage, dass Migranten nicht arbeiten wollen, ist also so nicht haltbar. Ein Großteil will arbeiten, wird aber nur unzureichend unterstützt. Diejenigen, die jetzt nicht mehr eine Stelle anstreben, wären vielleicht auch zu bewegen gewesen, wenn die Umstände nicht gegen Sie arbeiten würden.

Wie so oft sind es die staatlich gesetzten Rahmenbedingungen, die für Probleme sorgen. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben, der in der aktuellen politischen mit der CDU in der Führung eher unwahrscheinlich ist, da diese auch nicht unerheblich am rechten Rand mit den (Wahlkampf-)Aussagen fischt.

Der Bedarf ist da und es gibt keine Alternative für eine großangelegte Integrationsoffensive und anstelle einer "Abschiebeorganisation", wie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), braucht es eine Reorganisation, dass nicht Abschiebung, sondern Integration das oberste Ziel ist.

Es würde für Arbeitgeber auch wesentlich einfacher, wenn es anstelle einer benötigten Arbeitserlaubnis für jeden Job eine generelle Arbeitserlaubnis für Geflüchtete geben würde, die dann nur noch den Status der Person prüft, nicht aber den Job. Das würde den bürokratischen Aufwand massiv reduzieren und die Chancen auf eine Anstellung erhöhen. Noch besser wäre es, wenn es umgedreht wird und Geflüchtete per se eine Arbeitserlaubnis hätten und nur bei relevanten begründbaren Bedenken diese entzogen werden kann.