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Stand: 06.04.2026

Der große Ausverkauf

Die Treuhandanstalt und das Volksvermögen, das verschwand

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Im Sommer 1990 arbeiteten im Chemiekombinat Bitterfeld-Wolfen rund 30.000 Menschen. Das war kein Einzelfall, sondern Normalzustand: Die DDR hatte ihre Wirtschaft in Kombinaten organisiert, riesigen vertikal integrierten Industriekomplexen, die nicht nur produzierten, sondern auch Wohnungen verwalteten, Kindergärten betrieben und Ferienheime unterhielten. Wer in einem Kombinat arbeitete, hatte sein Leben dort. Die Fabrik war nicht nur Arbeitgeber, sie war Infrastruktur. Das galt für Bitterfeld, für das Zeiss-Werk in Jena, für die Werften in Rostock und Wismar, für die Braunkohlereviere in der Lausitz und in Sachsen. Millionen von Menschen hatten ihre Existenz in diese Strukturen eingebaut.

Dann kam die Treuhandanstalt. Vier Jahre später, nach der Auflösung der Behörde zum 31. Dezember 1994, war die Belegschaft des Bitterfelder Kombinats auf einen Bruchteil geschrumpft. Was in Bitterfeld-Wolfen passierte, passierte überall in der ehemaligen DDR gleichzeitig, in derselben historischen Sekunde, unter derselben politischen Regie. Die Zahl, die alles zusammenfasst: 80 Prozent der privatisierten Unternehmen gingen an westdeutsche Investoren (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftsumbau ) , nur 6 Prozent an ostdeutsche Erwerber. Das Volksvermögen der DDR wurde überwiegend an Leute verkauft, die nicht aus der DDR kamen, die die Betriebe nicht selbst aufgebaut hatten und die kein anderes Interesse an ihnen hatten als ein unternehmerisches.

Die Treuhandanstalt wurde im März 1990 noch von der letzten DDR-Regierung unter Hans Modrow gegründet. Die ursprüngliche Idee war bescheidener: eine Art Holding, die das Volkseigentum verwalten sollte, bis die Eigentumsfrage demokratisch geklärt wird. Die Volkskammerwahl im März 1990 änderte das. Die CDU gewann, der Weg zur schnellen Einheit war frei, und die Treuhand bekam einen neuen Auftrag. Die Währungsunion kam im Juli 1990, der Einigungsvertrag im Oktober. Die Treuhand wurde zur Bundesbehörde unter direkter Aufsicht des Bundesfinanzministeriums. Aus der verwaltenden Holding wurde eine auf Tempo getrimmte Privatisierungsmaschine.

Die Behörde übernahm 8.500 Betriebe mit vier Millionen Beschäftigten. (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftsumbau )

Die erste Führungsfigur der umstrukturierten Behörde war Detlev Karsten Rohwedder, ein westdeutscher Manager mit SPD-Verbindungen, der einen etwas vorsichtigeren Kurs vertrat: Sanierung vor Privatisierung, keine Liquidation um jeden Preis, schrittweise Anpassung statt Schock. Er war kein Linker und kein Romantiker, aber er hatte einen gewissen Sinn für Proportionen. Am 1. April 1991 wurde er von der RAF in seinem Düsseldorfer Haus erschossen. Sein Tod ist als politische Tat der RAF dokumentiert -- aber er markiert auch eine wirtschaftspolitische Wende. Birgit Breuel (CDU), enge Vertraute Helmut Kohls und frühere niedersächsische Finanzministerin, übernahm und beschleunigte den Prozess erheblich. Unter ihrer Führung wurde nicht mehr saniert, sondern verkauft -- so schnell und so weit wie möglich.

Das war kein schicksalhafter Prozess, kein Naturereignis, kein unausweichliches Ergebnis wirtschaftlicher Gesetze. Es war eine politische Entscheidung, getroffen von der CDU-Bundesregierung unter Kohl, die die Treuhand politisch kontrollierte und ihren Kurs bestimmte. Die Entscheidung für Schnelligkeit über Sorgfalt, für den schnellen Markttest über schrittweise Anpassung, für westdeutsche Käufer über ostdeutsche Belegschaften: Das alles hat eine politische Adresse. Man kann diese Entscheidungen mit guten Argumenten verteidigen. Man kann nicht so tun, als hätte niemand sie getroffen.

Die wirtschaftlichen Folgen waren katastrophal und beispiellos in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Industrieproduktion in Ostdeutschland brach bis 1992 um 73 Prozent gegenüber 1989 ein. (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftlicher-zusammenbruch-1990 ) Nicht um 10 Prozent, nicht um 30 Prozent. Drei Viertel der industriellen Produktion weg, innerhalb von zwei Jahren. Zum Vergleich: In der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre brach die US-Industrieproduktion um rund 46 Prozent ein und gilt als eine der schlimmsten wirtschaftlichen Katastrophen der Moderne. Die Deindustrialisierung Ostdeutschlands nach 1990 war schlimmer -- und wurde dennoch jahrzehntelang als normale Transformationsfolge dargestellt.

Zwischen 1990 und 1995 verloren rund 80 Prozent der erwerbstätigen DDR-Bevölkerung vorübergehend oder dauerhaft ihren Arbeitsplatz. (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftlicher-zusammenbruch-1990 )

Wie war das in diesem Ausmaß möglich? Die häufige Erklärung lautet: Die DDR-Betriebe waren marode, technologisch rückständig, unter Weltmarktbedingungen schlicht nicht wettbewerbsfähig. Das stimmt -- aber es ist nur ein Teil der Geschichte, und nicht der wichtigste. Ein entscheidender Teil der Erklärung liegt in einem politischen Fehler, der von Anfang an bekannt war: die Währungsunion zum Kurs 1:1 für Löhne und Gehälter. DDR-Löhne wurden in Westmark umgerechnet, als wären sie gleichwertig -- obwohl die Produktivität in der DDR deutlich geringer war. Gleichzeitig behielten westdeutsche Unternehmen ihre Kostenstruktur. Ostdeutsche Betriebe wurden damit über Nacht teurer als westliche Konkurrenten, noch bevor sie überhaupt Gelegenheit hatten, ihre Produktivität zu steigern oder zu modernisieren.

Die Konsequenz war absehbar: Wer als Käufer dann noch Wettbewerber günstig erwerben und liquidieren konnte, tat es. Es gab keinen Anreiz, ostdeutsche Betriebe zu sanieren und weiterzuführen, wenn der günstigere und schnellere Weg darin bestand, die Anlage zu übernehmen, die Marke zu löschen und die Facharbeiter nach Westdeutschland abzuwerben. Viele der lukrativsten Transaktionen der Treuhand-Ära sahen genau so aus.

Die Erlöse aus den Privatisierungen lagen bei rund 60 Milliarden DM -- das Defizit der Treuhand betrug fast 260 Milliarden DM. (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftsumbau ) rund 105 Milliarden Euro Treuhanddefizit als Teil der einmaligen Sonderkosten der Einheit von insgesamt 187,5 Milliarden Euro (Kein Link gefunden! bpb-kosten-ertraege-wiedervereinigung ) ein Fehlbetrag von 17 Millionen DM (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftlicher-zusammenbruch-1990 )

Und doch: Die Kosten-Ertrags-Rechnung der Wiedervereinigung ist komplizierter, als es diese Zahlen nahelegen. Die Nettotransfers von West nach Ost summierten sich bis 2016 auf ca. 1,72 Billionen Euro, die Gesamtbelastung durch die Einheit auf rund 1,91 Billionen Euro. (Kein Link gefunden! bpb-kosten-ertraege-wiedervereinigung ) Diese Transfers haben Infrastruktur gebaut, Renten gezahlt, Kommunen finanziert. Sie sind nicht verschwunden. Gleichzeitig haben sie eine Abhängigkeitsstruktur geschaffen: Ostdeutschland als Empfängerregion, die keine eigene wirtschaftliche Basis entwickelt, weil die Basis in den frühen 1990er Jahren zerstört wurde.

Was unter den aggregierten Zahlen liegt, ist noch wichtiger als die Zahlen selbst. Von den Industriearbeitsplätzen der DDR blieben letztlich nur 20 bis 25 Prozent erhalten. (Kein Link gefunden! bpb-entindustrialisierter-osten ) Die Gesamtbeschäftigung in Ostdeutschland sank von zehn Millionen (1989) auf sechs Millionen (1992) und schließlich auf 5,6 Millionen (2006). Das ist nicht die Delle einer normalen Rezession, aus der sich eine Volkswirtschaft erholt. Das ist strukturelle Verwüstung -- ein Rückgang, der sich über anderthalb Jahrzehnte hinzog, weil keine ausreichende Basis für den Wiederaufbau gelegt wurde.

Besonders folgenreich war, was mit der Forschungs- und Entwicklungskapazität passierte. Das F&E-Personal fiel von 85.800 (1989) auf 15.000 (1993) (Kein Link gefunden! bpb-entindustrialisierter-osten ) -- ein Verlust von 83 Prozent in vier Jahren. Forschung und Entwicklung sind keine Luxus-Infrastruktur. Sie sind die Grundlage dafür, dass Unternehmen in der Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Ohne Forschung keine Patente. Ohne Patente keine Innovationsunternehmen. Ohne Innovationsunternehmen keine Hauptsitze. Ohne Hauptsitze keine gut bezahlten Führungsjobs in der Region, keine Unternehmensgewinne, die lokal versteuert werden, keine Stiftungen, keine Mäzene, kein kulturelles und wirtschaftliches Gewicht. Dieser Kausalstrang lässt sich bis in die Gegenwart verfolgen und erklärt, warum Städte wie Jena oder Dresden trotz partieller Erfolge nie die wirtschaftliche Eigenständigkeit erreicht haben, die sie mit ihrer Ausgangsbasis hätten entwickeln können.

Was entstand statt überregional wettbewerbsfähiger Industrien, beschreibt die BpB als "Verkleinbetrieblichung": kleine Betriebe für lokale Märkte statt großer Unternehmen für überregionale. (Kein Link gefunden! bpb-entindustrialisierter-osten ) Das ist nicht nichts. Aber es ist grundlegend anders als das, was vorher da war -- und es erklärt, warum der BIP-Anteil Ostdeutschlands seit Mitte der 1990er Jahre bei rund 11 Prozent stagniert, obwohl knapp 20 Prozent der deutschen Bevölkerung dort leben. (Kein Link gefunden! bpb-entindustrialisierter-osten ) Wer 20 Prozent der Menschen hat, aber nur 11 Prozent der Wirtschaftsleistung erzeugt, hat ein strukturelles Problem -- kein konjunkturelles, kein kulturelles, kein demographisches. Ein strukturelles.

Die wirtschaftlichen Wunden sind bis heute nicht verheilt. 2018 erreichten ostdeutsche Einkommen erst 89 Prozent des Westniveaus (Kein Link gefunden! bpb-einkommen-vermoegen-ost-west-ungleichheit ) -- nach fast drei Jahrzehnten. Das sind immerhin 72 Prozent aus dem Jahr 1993. Der Abstand schrumpft, langsam. Aber das Tempo ist so gering, dass eine vollständige Angleichung noch Generationen dauern dürfte, falls sie jemals eintritt.

Beim Vermögen ist die Lücke drastischer und hat eine einfache strukturelle Erklärung: Wer kein Unternehmen geerbt hat, wer keine Aktien besitzt, wer nie die Möglichkeit hatte, Betriebsvermögen aufzubauen, hat schlicht weniger. Das durchschnittliche Nettovermögen lag 2012 im Westen bei 97.000 Euro, im Osten bei knapp 48.500 Euro. (Kein Link gefunden! bpb-einkommen-vermoegen-ost-west-ungleichheit ) Der Median erzählt die Geschichte noch schärfer, weil er nicht von einigen sehr Reichen verzerrt wird: maximal 22.500 Euro im Westen gegenüber 8.460 Euro im Osten. (Kein Link gefunden! bpb-einkommen-vermoegen-ost-west-ungleichheit ) Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist ein Verhältnis von fast drei zu eins.

Dieser Vermögensunterschied ist keine abstrakte Statistik. Er bedeutet konkret: Wer im Osten aufgewachsen ist, hat im Schnitt weniger Eigenkapital für eine Wohnung, weniger Puffer für Krisen, weniger Geld für die Ausbildung der Kinder, weniger Rücklage fürs Alter, weniger Kapital um ein Unternehmen zu gründen. Die Treuhand hat nicht nur Arbeitsplätze vernichtet. Sie hat verhindert, dass eine Generation von Ostdeutschen das Vermögen aufbauen konnte, das Westdeutsche in den Nachkriegsjahrzehnten akkumuliert hatten -- über Unternehmensgründungen, Beteiligungen, Immobilieneigentum. Nur 32 Prozent der Ostdeutschen wohnen in eigenen Immobilien, im Westen sind es 43 Prozent. (Kein Link gefunden! bpb-einkommen-vermoegen-ost-west-ungleichheit ) Immobilieneigentum ist historisch der wichtigste Kanal zur Vermögensbildung in Deutschland. Wer keins hat und keins erbt, bleibt strukturell zurück.

Wer hat profitiert? Die Antwort ist unbequem, weil sie nicht auf abstrakte Marktkräfte zeigt, sondern auf konkrete Akteure. Westdeutsche Unternehmen haben Konkurrenten zu günstigen Preisen erworben oder durch Liquidation dauerhaft aus dem Markt genommen. Sie haben Facharbeiter rekrutiert, die in ostdeutschen Betrieben ausgebildet wurden. Sie haben Marktanteile gewonnen ohne eigene Aufbauinvestition. Parallel dazu beschreibt die BpB einen weiteren, weniger beachteten Effekt: Westdeutsche Exporte nach Osteuropa stiegen um 40 Prozent, während ostdeutsche Exporte dorthin um 79 Prozent einbrachen. (Kein Link gefunden! bpb-treuhand-wirtschaftlicher-zusammenbruch-1990 ) Der Zusammenbruch der ostdeutschen Exportwirtschaft schaffte Platz für westdeutsche Anbieter. Das ist kein Vorwurf an Einzelpersonen -- es ist eine Beschreibung struktureller Anreize und der politischen Entscheidungen, die diese Anreize schufen und verteidigten.

Die Verbindung zwischen der wirtschaftlichen Geschichte und der politischen Gegenwart ist real, auch wenn sie mit Bedacht gezogen werden muss. In Ostdeutschland erzielt die AfD im Schnitt doppelt so hohe Stimmanteile wie im Westen. (Kein Link gefunden! bpb-afd-wahlergebnisse-waehlerschaft ) Bei den Landtagswahlen 2024 kam sie in Thüringen auf 32,8 Prozent, in Sachsen auf 30,6 Prozent, in Brandenburg auf 29,2 Prozent. (Kein Link gefunden! bpb-afd-wahlergebnisse-waehlerschaft ) Das ist kein Zufall, und es ist auch keine Frage von schlechtem Charakter oder unzureichender politischer Bildung. Als Risikogebiet gelten besonders ländliche Regionen mit Abwanderung und wirtschaftlichem Rückstand (Kein Link gefunden! bpb-afd-wahlergebnisse-waehlerschaft ) -- also genau jene Regionen, die von der Deindustrialisierung der 1990er Jahre am härtesten getroffen wurden und sich nie erholt haben.

Entfremdung entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, dass Entscheidungen über ihr Leben woanders getroffen werden -- in Westdeutschland, in Bundesbehörden, von Leuten, die nie gefragt haben, bevor der Beschluss fiel. Das ist kein irrationales Gefühl. Die Treuhand hat buchstäblich über Millionen von Existenzen entschieden, ohne demokratische Legitimation, mit wenig Transparenz und unter Führung von Personen, die aus dem Westen kamen und dorthin zurückgingen. Der Befund, dass ein Teil der Menschen in diesen Regionen das politische System als fremd empfindet, ist kein Missverhältnis zwischen Wahrnehmung und Realität. Es ist eine korrekte Beschreibung einer historisch entstandenen Realität.

Das ist keine Entschuldigung für die AfD. Sie profitiert von berechtigter Wut, bietet aber keine Antworten auf die strukturellen Probleme, die diese Wut erzeugen -- im Gegenteil. Aber die Wut selbst, der Unmut, das tiefe Misstrauen gegenüber einer politischen Klasse, die jahrzehntelang den Erfolg der Einheit verkündete, während die eigene Lebensrealität etwas anderes erzählte: Das hat einen Ursprung. Und der Ursprung lässt sich benennen.

Die Treuhandanstalt wurde nicht trotz politischer Führung so wie sie war. Sie war so, weil die CDU unter Kohl diesen Kurs aktiv wollte und durchsetzte. Die Bundesregierung hat entschieden, dass Tempo vor Sorgfalt geht. Sie hat entschieden, dass westliche Käufer begünstigt werden. Sie hat entschieden, dass ostdeutsche Belegschaften keinen privilegierten Zugang zu ihren eigenen Betrieben bekommen. Diese Entscheidungen haben Namen und ein politisches Datum. Das ist keine nachträgliche Verschwörungstheorie -- es ist das, was die historische Forschung zeigt, und es ist das, was Zahlen wie die oben zitierten belegen.

Der oft wiederholte Satz "Die Treuhand hat getan, was möglich war" lässt sich nicht halten. Möglich wäre auch gewesen: mehr Zeit für Unternehmensbewertungen. Mehr Vorrang für ostdeutsche Erwerber, auch wenn sie weniger zahlten. Mehr Begleitung von Sanierungsversuchen statt sofortiger Liquidation. Ein anderer Wechselkurs, der die Anpassungszeit nicht sofort auf null gesetzt hätte. Dass all das nicht passierte, war keine technische Notwendigkeit. Es war eine Prioritätensetzung -- zugunsten von Schnelligkeit, westdeutschen Käufern und kurzfristiger politischer Symbolik (die schnelle Einheit als Kohl'sches Lebenswerk) und zulasten von Menschen, die keine Lobby hatten und die noch dabei waren zu verstehen, was überhaupt passierte.

Privatisierung ist kein Selbstzweck. Das ist die Lehre, die die Treuhand hinterlässt -- nicht nur für Ostdeutschland, sondern für jeden, der Staatsvermögen umverteilt. Wenn ein Gemeinwesen Eigentum verkauft, das allen gehörte, ohne Rücksicht darauf, wer von dem Erlös profitiert und wer nicht, dann ist das kein wirtschaftlicher Prozess. Es ist eine Vermögensumverteilung nach oben. Die Menschen, die dreißig Jahre später in Regionen wohnen, die keine Industrie und keine Unternehmenshauptsitze haben, tragen diesen Preis bis heute. Er wurde für sie entschieden, ohne dass sie abstimmen durften, und er wird noch eine Generation weitergegeben werden.

Das war kein Versehen.