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Stand: 13.04.2026

Trotz friedlicher Demo eskaliert die Gewalt an den Lahnbrücken (Gießen)

Komplex

Link Beschreibung

"Moers ist Bunt, nicht Braun" teilt am 18. Januar 2026 einen Artikel des Gießener Anzeigers über die Gegenproteste zur Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" in den Hessenhallen Gießen. Das beschriebene Ereignis fand am 29. November 2025 statt, nicht im Januar 2026.

Der Artikel beschreibt eine weitgehend friedliche Großdemonstration mit Tausenden Teilnehmern, organisiert von DGB-Jugend, GEW, Antifa, Kirchen und weiteren Bündnissen, und eskalierende Zusammenstöße an den Lahnbrücken. Laut Innenministerium waren zwischen 25.000 und 30.000 Menschen auf den Straßen.

Zwei zentrale Vorwürfe gegen die Polizei:

  1. Unverhältnismäßige Gewalt auf der B49: Auf einer Bundesstraße nahe der Lahnbrücken gingen Polizisten mit Schlägen und Pfefferspray gegen Demonstranten vor. Videoaufnahmen zeigen, wie Beamte ohne sichtbare Vorankündigung in einen singenden Demonstrationszug eindringen.
  2. Transport von AfD-Politikern durch Absperrungen: AfD-Spitzenpolitiker, darunter Alice Weidel und Tino Chrupalla, fuhren über gesperrte Straßen zur Hessenhalle, was die Stimmung aufgeheizt habe.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das Ereignis vom 29. November 2025 ist gut dokumentiert. Die Kerntatsachen des geteilten Gießener-Anzeiger-Artikels sind durch Berichte mehrerer Medien belegt.

Zur Teilnehmerzahl: Das Hessische Innenministerium nannte zwischen 25.000 und 30.000 Demonstrierende. Die Gründungsveranstaltung verzögerte sich laut Hessenschau: Zehntausende protestieren in Gießen (29.11.2025) um mehr als zwei Stunden.

Zum Vorwurf unverhältnismäßiger Polizeigewalt: Ein viral geteiltes Video zeigt, wie Beamte auf der B49 ohne hörbare Vorankündigung in einen Demonstrationszug eindringen und Schlagstöcke einsetzen. Das Correctiv-Faktencheck: Polizeigewalt bei Gießen? Was hinter diesem Video steckt (12.12.2025) bestätigt die Echtheit des Videos und stellt fest: In keinem der vorliegenden Videos ist eine Räumungsankündigung zu hören, und die Polizei konnte auf Nachfrage keinen Beweis für eine solche Ankündigung vorlegen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte hingegen, es habe laut Einsatzbericht eine "Androhung von Zwangsmaßnahmen" gegeben, und sah nach erster Prüfung "kein rechtswidriges Handeln". Polizeiforscher Rafael Behr ordnete laut Hessenschau (ca. Dezember 2025) ein: Die Gewalt sei "punktuell" gewesen, der Begriff "bürgerkriegsähnliche Zustände" sei unangebracht und heize die Debatte unnötig auf.

Zu den Strafanzeigen: Die Staatsanwaltschaft Gießen prüfte nach dem Bericht der Hessenschau (ca. Dezember 2025) mehrere Strafanzeigen, darunter zwei gegen Polizeibeamte wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Amt. Gegen Demonstrierende liefen laut Gießener Anzeiger 109 Ermittlungsverfahren.

Zum Transport von AfD-Politikern: Spitzenpolitiker der AfD nutzten gesperrte Straßen, um zur Veranstaltung zu gelangen. Ob dabei Polizeifahrzeuge eingesetzt wurden, um sie durch eigene Absperrungen zu schleusen, ist durch unabhängige Berichte nicht eindeutig belegt. Die Suchergebnisse bestätigen lediglich, dass prominente AfD-Politiker (Weidel, Chrupalla) trotz Blockaden zur Halle gelangten.

Zum Datum: Das Facebook-Post teilt einen Artikel, der am 1. Dezember 2025 im Gießener Anzeiger erschien. Das beschriebene Ereignis fand am 29. November 2025 statt. Das ursprünglich eingetragene sourceDate (17. Januar 2026) war falsch und wurde korrigiert.

Fazit

Der geteilte Artikel beschreibt weitgehend belegte Ereignisse. Der Vorwurf des unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes auf der B49 wird durch den Correctiv-Faktencheck und mehrere Medienberichte gestützt, bleibt aber in Teilen strittig. Der Vorwurf des "Taxiservices" für AfD-Politiker ist in der formulierten Schärfe nicht unabhängig belegbar.