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Mitteldeutsche Zeitung

Regionale Tageszeitung für den Süden Sachsen-Anhalts mit Sitz in Halle (Saale), seit 2020 im Besitz der Bauer Media Group.

Bildquelle: ©Mitteldeutsche Zeitung
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Über die Quelle

Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) geht auf die am 16. April 1946 gegründete "Freiheit" zurück, das Organ der neu gegründeten SED in Halle. Nach dem Ende der DDR erklärte die Redaktion sich am 15. Januar 1990 für unabhängig von SED/PDS, ab 17. März 1990 erschien das Blatt unter dem heutigen Namen. Den Zuschlag für die Privatisierung erhielt entgegen Geboten von Süddeutschem Verlag, Verlagsgruppe Rhein Main und Axel Springer die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg, nachdem sich der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher bei der Treuhandanstalt für seinen Bekannten Alfred Neven DuMont eingesetzt hatte. Der Kaufpreis stieg im Zuge der öffentlich gewordenen Unregelmäßigkeiten von ursprünglich 15 auf 103,5 Millionen DM (Wikipedia: Mitteldeutsche Zeitung).

Die MZ erscheint mit mehreren Lokalausgaben nahezu als Monopolzeitung im Süden Sachsen-Anhalts, da es dort keine konkurrierende Regionaltageszeitung gibt. Das Verbreitungsgebiet grenzt an das der Magdeburger Volksstimme, die den Norden des Bundeslands abdeckt; beide Gebiete überschneiden sich laut Bundeskartellamt nicht, sondern grenzen lediglich in den Landkreisen Harz, Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld aneinander (Bundeskartellamt: Übernahme der Mitteldeutsche Zeitung durch die Bauer Media Group freigegeben, 13. Februar 2020). Die verkaufte Auflage lag im zweiten Quartal 2026 bei 104.053 Exemplaren und ist damit gegenüber den rund 162.000 Exemplaren zum Verkaufszeitpunkt 2020 deutlich gesunken; im Zehnjahresschnitt betrug der Rückgang 5,2 Prozent pro Jahr (Wikipedia: Mitteldeutsche Zeitung; Bauer Media Group: Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung wird Teil der Bauer Media Group).

Am 15. Januar 2020 gab die DuMont Mediengruppe den Verkauf der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung an die Hamburger Bauer Media Group bekannt, zu der bereits die Volksstimme und deren Magdeburger Mediengruppe gehörten. Das Bundeskartellamt gab die Übernahme am 13. Februar 2020 frei; Kartellamtspräsident Andreas Mundt begründete dies damit, dass sich die Verbreitungsgebiete beider Zeitungen nicht überschneiden (Bundeskartellamt). Seit dem 1. April 2020 gehört die MZ damit vollständig zur Bauer Media Group, die zusagte, dass beide Redaktionen weiterhin unabhängig voneinander arbeiten. Der Konzern bezifferte die Gesamtauflage beider Tageszeitungen anschließend auf über 300.000 Exemplare und bezeichnete sich damit als "größten Anbieter von Lokal- und Regionaljournalismus in Mitteldeutschland" (Bauer Media Group: Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung wird Teil der Bauer Media Group). Zur Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung GmbH & Co. KG gehören neben der Tageszeitung die Anzeigenblätter Wochenspiegel und Super Sonntag, der Regionalsender TV Halle sowie ein Post- und ein Druckdienstleister. Seit 2022 leitet Marc Rath die Chefredaktion.

Faktenfackel Bewertung

Die Mitteldeutsche Zeitung ist eine reguläre Regionalzeitung mit publizistischer Grundversorgungsfunktion für den Süden Sachsen-Anhalts. Wie bei der Volksstimme ist die SED-Vergangenheit durch den redaktionellen Neuanfang 1990 historisch abgeschlossen; die Umstände der damaligen Privatisierung über politische Kontakte statt eines offenen Bieterverfahrens werfen zwar ein Schlaglicht auf die frühen 1990er-Jahre, sagen aber nichts über die heutige redaktionelle Arbeit aus. Auf Faktenfackel dient die MZ an zwei Stellen als Beleg für Recherchen zu rechtsextremen Verbindungen in Sachsen-Anhalt: zur NPD- und Ku-Klux-Klan-Vergangenheit des AfD-Politikers Michael Schäfer und zur Rolle von Martin Reichardt als Unterstützer des "Flügels".

Medienpolitisch relevant ist die Eigentümerstruktur seit 2020: Mit der MZ und der Volksstimme kontrolliert die Bauer Media Group nun die beiden einzigen großen Tageszeitungen Sachsen-Anhalts, auch wenn ihre Verbreitungsgebiete sich laut Bundeskartellamt kaum überschneiden und keine unmittelbare Konkurrenzsituation zwischen den Blättern entsteht. Für die Meinungsvielfalt im Bundesland bedeutet das dennoch eine Konzentration auf einen einzigen Konzern als Eigentümer der Regionalpresse; Berichte über eine inhaltliche Einflussnahme des Verlags auf die Redaktionen sind nicht bekannt. Wie bei jeder Regionalzeitung gilt: Berichte und Interviews sind als journalistische Berichterstattung einzuordnen und sollten für Faktenchecks anhand weiterer Quellen abgeglichen werden.

Fazit

Solide Regionalzeitung mit langer, wechselvoller Geschichte und eigenständiger Lokalberichterstattung für den Süden Sachsen-Anhalts. Strukturell bemerkenswert ist die seit 2020 bestehende Konzentration beider großer Landeszeitungen unter dem Dach der Bauer Media Group, die bei der Einordnung meinungsbetonter Inhalte im Blick behalten werden sollte.