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Stand: 09.03.2026

Putins Helferin aus Deutschland: Verein finanzierte russische Milizen

Link Beschreibung

Monitor-Recherche (WDR/NDR/SZ, 11.09.2025): Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den Berliner Verein "Friedensbrücke" wegen Terrorunterstützungsverdachts. Mit deutschen Spendengeldern sollen prorussische Milizen in der Ostukraine finanziert worden sein. Die Vereinsvorsitzende ist in Moskau, hat Kontakte zum russischen Geheimdienst und ein Netzwerk bis in den Bundestag. Clip von Cultural Bastards, geteilt von "Fakten gegen Rechts".

Faktenfackel Bewertung

Die gemeinsame Recherche von WDR Monitor, NDR und Süddeutscher Zeitung (erschienen 11. September 2025) berichtet über den Berliner Verein "Friedensbrücke, Kriegsopferhilfe e.V." und dessen Vorsitzende Liane Kilinc (Wandlitz, Brandenburg).

Zentrale Vorwürfe:

  • Terrorunterstützung: Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Unterstützung der von Deutschland als terroristisch eingestuften "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk. BKA-Durchsuchungen erfolgten am 27. Mai 2025 in Berlin-Friedrichshain, Zernsdorf, Wandlitz und Höhenland.
  • Militärisch nutzbare Güter: Neben humanitären Gütern soll der Verein laut Recherchen des russischen Oppositionsmediums "The Insider" auch Dual-Use-Güter geliefert haben, Motoröl für Panzer, Drohnenkomponenten und Wärmebildkameras.
  • Geheimdienst-Verbindungen: Mitbeteiligter Klaus K. (74, ehemaliger NVA-Oberstleutnant) soll Verbindungen zu Oleg Eremenko haben, einem ehemaligen GRU-Mitarbeiter.
  • Flucht nach Russland: Gegen Liane Kilinc und Klaus K. bestehen Haftbefehle; beide hielten sich bei Bekanntwerden der Ermittlungen bereits in Russland auf. Kilinc erhielt 2025 die russische Staatsbürgerschaft.
  • Netzwerk bis in den Bundestag: AfD-Bundestagsabgeordneter Rainer Rothfuß (Bayern) bestätigte Kontakt zu Kilinc seit 2016 und bezeichnete ihren Beitrag als "unschätzbar". Rothfuß hatte zuvor die Vereinigung "Druschba Global" mitgegründet, die Reisen nach Russland mit Besuchen bei Kilinc organisierte, der Verein wurde nach Insolvenz 2023 aufgelöst. Kilinc selbst beschrieb ihr Netzwerk laut Dossier-Center-Dokumenten als "unerschöpflich" und reichend "von BSW bis AfD".

Einordnung

Die Recherche stützt sich auf eine Kombination aus öffentlichen Ermittlungsergebnissen der Bundesanwaltschaft, Dokumenten des Dossier Centers (Plattform des russischen Oppositionellen Michail Chodorkowski) sowie eigener Auswertung. Die Kerntatsachen, Ermittlungen, BKA-Razzia, Haftbefehle, Flucht nach Russland, russische Staatsbürgerschaft, sind durch unabhängige Quellen (Tagesspiegel, Handelsblatt, nd-aktuell) bestätigt.

Die AfD-Verbindung über Rothfuß ist dokumentiert und von ihm selbst nicht bestritten. Die Formulierung "Netzwerk bis in den Bundestag" im Clip ist zugespitzt, aber durch die belegten Kontakte zu Rothfuß und dessen Druschba-Aktivitäten gestützt.

Kritiker (RT DE, Anti-Spiegel, Apolut) stellen die Ermittlungen als politische Verfolgung humanitärer Hilfe dar. Diese Einschätzung ignoriert jedoch die konkreten Indizien für militärisch nutzbare Lieferungen und die Geheimdienst-Verbindungen.

Fazit

Die Kernsaussagen der Monitor-Recherche sind durch unabhängige Quellen nachvollziehbar und belegt. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, die Flucht der Beschuldigten nach Russland und die Verbindungen zu AfD-Netzwerken sind dokumentierte Tatsachen. Der Vorwurf der reinen Terrorunterstützung bleibt formal noch nicht gerichtlich bestätigt (laufendes Verfahren), die Indizien sind jedoch erheblich.

Verwendungen

Lagerfeuer