Nordkurier
Regionale Tageszeitung aus Neubrandenburg für Ostmecklenburg, Vorpommern und die Uckermark, seit 2021 im Schwäbischen Verlag.

Über die Quelle
Der Nordkurier ist eine regionale Tageszeitung mit Sitz in Neubrandenburg. Er erscheint täglich von Montag bis Samstag im östlichen Mecklenburg, im südlichen Vorpommern und im brandenburgischen Landkreis Uckermark; das Verbreitungsgebiet deckt sich weitgehend mit dem früheren DDR-Bezirk Neubrandenburg.
Das Blatt ging am 2. April 1990 aus der "Freien Erde" hervor, dem Organ der SED-Bezirksleitung Neubrandenburg, das von August 1952 bis März 1990 erschien. Bis 2021 waren die Verlage der Kieler Nachrichten, der Schwäbische Verlag und die Presse-Druck- und Verlags-GmbH zu je einem Drittel an der Nordkurier-Mediengruppe beteiligt; rückwirkend zum 1. Januar 2021 einigten sich die drei Gesellschafter darauf, dass der Schwäbische Verlag alleiniger Gesellschafter wird. Chefredakteur ist seit 2025 erneut Gabriel Kords, der die Position bereits von 2022 bis 2024 innehatte.
Die verkaufte Auflage lag im zweiten Quartal 2026 laut IVW bei 33.763 Exemplaren, ein Rückgang von 74 Prozent seit 1998.
Links
- nordkurier.de, offizielle Website
- Wikipedia: Nordkurier
Faktenfackel Bewertung
Der Nordkurier ist eine reguläre Regionalzeitung mit dpa-Anbindung, kein alternativmediales oder erkennbar parteinahes Portal; in der hier geprüften Meldung trat er lediglich als Übermittler einer dpa-Agenturmeldung auf. An der eigenen Redaktion gibt es dennoch wiederholte, belegte Kritik.
Am gewichtigsten ist der Vorwurf mangelnder Einordnung im Umgang mit der AfD. Katapult MV warf dem Nordkurier im Juni 2024 vor, die Partei "ungefiltert" zu Wort kommen zu lassen: In einem Interview mit dem Europawahl-Spitzenkandidaten Maximilian Krah sowie in einer Artikelserie zur Kommunalwahl in Neubrandenburg blieben demokratiefeindliche Aussagen von AfD-Politikern ohne Widerspruch stehen, in einem weiteren Text zu einem Gerichtsurteil kamen ausschließlich zwei AfD-Politiker zu Wort Katapult MV: Der Nordkurier als ungefilterte AfD-Plattform (11. Juni 2024). Chefredakteur Gabriel Kords verteidigte die Praxis damit, es sei nicht Aufgabe der Zeitung, Beiträgen über die AfD einen "Disclaimer" hinzuzufügen; der Pressesprecher des Deutschen Journalistenverbands widersprach dem im selben Artikel.
Zur Corona-Berichterstattung warf Übermedien dem Nordkurier im Januar 2021 vor, einem interviewten Anwalt mehrfach falsche Rechtsbehauptungen zum EU-Recht widerspruchslos durchgehen zu lassen Übermedien: Corona-Recht ohne Mundschutz: Der "Nordkurier" lässt einen Anwalt querdenken (Januar 2021).
Bereits 2020 hatte Katapult-Gründer Benjamin Fredrich dem Blatt vorgeworfen, systematisch mit reißerischen, ausländerfeindlichen Inhalten auf Reichweite zu setzen und rassistische Leserkommentare nicht zu moderieren Katapult: Regionalzeitung hat Rassismus für sich entdeckt (10. August 2020).
Fazit
Als Kanal für dpa-Agenturmeldungen ist der Nordkurier eine gewöhnliche Quelle mit den üblichen Sorgfaltsstandards der Nachrichtenagenturen. In der eigenen Redaktion zeigt sich aber wiederholt eine zu nachsichtige Haltung gegenüber der AfD und, in Einzelfällen, gegenüber Falschbehauptungen aus dem Corona-Querdenken-Milieu. Reine Agenturmeldungen wie der hier geprüfte dpa-Text sind davon nicht betroffen, eigene Interviews und Kommentare des Blatts verdienen dagegen eine kritischere Lektüre.