Mamad Mohamad
Mitgründer und bis Ende 2026 Geschäftsführer des Migrantennetzwerks LAMSA, seit 2025 Grünen-Politiker und Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt.

Über die Quelle
Mamad Mohamad wurde 1981 in Qastel Jendo bei Afrin im Norden Syriens geboren und kam 1996 als 16-jähriger, unbegleiteter jesidisch-kurdischer Geflüchteter nach Deutschland (Veto Magazin: Einer für alle in Halle). Ohne gezielten Deutschunterricht durchlief er ein Berufsvorbereitungsjahr, eine Tischlerlehre und erwarb später ein Diplom in Sozialpädagogik an der Hochschule Merseburg. Er lebt seither in Halle (Saale).
Beruflich arbeitete Mohamad 2007/2008 als Projektleiter bei der Deutschen Angestellten-Akademie, 2009/2010 als Geschäftsführer des Eine Welt Hauses Halle und von 2010 bis 2015 als Projektleiter bei der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis (Mamad Mohamad: Lebenslauf). 2008 gehörte er zu den Mitgründern des LAMSA, das sich 2014 als eingetragener Verein konstituierte; ab 2015 leitete er die Organisation als Geschäftsführer. Zum 1. Juni 2026 übergab er die operative Geschäftsführung an Undra Dreßler und begleitet den Übergang nach eigenen Angaben bis Jahresende 2026 (LAMSA: Weichen für die Zukunft).
Mohamad war zudem Mitgründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Dachverbands DaMOst e.V. sowie ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO). Er ist Mitglied im Landesintegrationsbeirat und im Landesjugendhilfeausschuss Sachsen-Anhalt sowie in der Medienanstalt Sachsen-Anhalt. Für sein Engagement erhielt er 2015 den Sonderpreis für Toleranz des Demografie-Preises Sachsen-Anhalt (für LAMSA e.V.), 2016 die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt und 2017 den Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt (Mamad Mohamad: Lebenslauf).
Im April 2025 trat Mohamad den Grünen bei, wurde 2025 als Ersatzmitglied in den Landesvorstand gewählt und erhielt beim Landesparteitag in Wittenberg mit 81 Prozent Zustimmung Listenplatz 4 für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. Am 24. November 2025 wurde er zusätzlich als Direktkandidat für den Wahlkreis 36 (Halle II) aufgestellt (Bündnis 90/Die Grünen Halle: Aufstellung der Direktkandidaturen zur Landtagswahl 2026). Damit war er im Wahljahr 2026 gleichzeitig scheidender Geschäftsführer des überwiegend staatlich finanzierten LAMSA und Kandidat einer Landtagspartei, eine Doppelrolle, auf die AfD-nahe Kritiker im Zusammenhang mit einer Wahlkampfspende der Organisation Campact e.V. an LAMSA hinwiesen (Cicero: Anti-AfD-Aktion in Sachsen-Anhalt, Wahlkampf mit Steuergeld).
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Faktenfackel Bewertung
Mamad Mohamad ist über seine Rolle als langjähriger Geschäftsführer von LAMSA eine anerkannte, mit staatlichen Preisen ausgezeichnete Stimme der Migrantenselbstorganisation in Sachsen-Anhalt. Öffentliche Aussagen von ihm zu Integrations- und Migrationsthemen sind vor diesem Hintergrund als Position eines langjährigen Verbandsvertreters einzuordnen, nicht als die einer unbeteiligten Person. Seit seiner Parteimitgliedschaft bei den Grünen 2025 und seiner Kandidatur zur Landtagswahl 2026 kommt eine parteipolitische Dimension hinzu: Aussagen im Wahlkampfkontext 2026 sollten zusätzlich als die eines Grünen-Direktkandidaten gelesen werden, unabhängig davon, wie berechtigt oder unberechtigt die Kritik an der Doppelrolle im Einzelfall ist.
Fazit
Mamad Mohamad ist Mitgründer und bis Ende 2026 in der Übergangsphase noch Geschäftsführer von LAMSA sowie seit 2025 Grünen-Politiker mit Kandidatur zur Landtagswahl 2026. Seine Aussagen sind entsprechend sowohl als Verbandsposition als auch, im Wahlkampfkontext, als Position eines Parteikandidaten einzuordnen.