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Ned Nikolov

US-Wissenschaftler beim Forest Service, der zusammen mit Karl Zeller die in der Klimaforschung breit zurückgewiesene These vertritt, atmosphärischer Druck statt CO2 bestimme die Oberflächentemperatur von Planeten.

Bildquelle: ©Ned Nikolov
Bildquelle: ©Ned Nikolov

Über die Quelle

Ned Nikolov ist ein beim USDA Forest Service tätiger Physical Scientist mit einem 1997 an der Colorado State University erworbenen Doktortitel in Forstökologie (DeSmog: Ned Nikolov). Gemeinsam mit seinem inzwischen pensionierten Kollegen Karl Zeller, ebenfalls beim Forest Service beschäftigt, vertritt er seit den 2010er Jahren die These, nicht Treibhausgase, sondern der atmosphärische Druck bestimme die Oberflächentemperatur von Planeten (DeSmog: Ned Nikolov).

Nachdem Nikolov 2012 Kollegen eine Analyse vorgestellt hatte, die trotz steigender CO2-Werte 15 Jahre ohne nennenswerte Erwärmung zeigen sollte, und dabei auf Widerspruch stieß, wies ihn sein Vorgesetzter an, Klimaforschung künftig nur noch außerhalb der Dienstzeit und ohne Nennung seiner Behördenzugehörigkeit zu betreiben (Retraction Watch: U.S. gov't scientist says he was banned from climate research at work, 13. Dezember 2016). Am 13. September 2016 wurde bekannt, dass Nikolov und Zeller eine 2015 im Fachjournal Advances in Space Research erschienene Arbeit zurückziehen mussten, weil sie unter den Pseudonymen "Den Volokin" und "Lark ReLlez", ihren rückwärts geschriebenen Namen, eingereicht worden war. Der Klimaforscher Gavin Schmidt hatte das Muster entdeckt; die Autoren begründeten die Verschleierung damit, unter ihrem echten Namen keine unvoreingenommene Begutachtung erwarten zu können (Retraction Watch: U.S. gov't researchers withdraw climate paper after using pseudonyms, 13. September 2016).

Die zentrale These von Nikolov und Zeller gilt in der Klimaforschung als widerlegt. Der Klimatologe Scott Denning von der Colorado State University bezeichnete ihr Modell als physikalisch zu einfach und thermodynamisch unzureichend. Steve Sherwood, Direktor des Climate Change Research Center der University of New South Wales, urteilte über ihre 2017 erschienene Arbeit "The Refutation of the Climate Greenhouse Theory", sie sei "lachhaft" und durchsetzt von unbelegten und teils unverständlichen Behauptungen. Erschienen war der Text in einer neu gegründeten Open-Access-Zeitschrift, deren indischer Verlag später von der US-Handelsaufsicht FTC wegen irreführender Angaben zum Begutachtungsverfahren belangt wurde und die damals von einem Berater des Heartland Institute herausgegeben wurde (DeSmog: Ned Nikolov). Eine ausführliche fachliche Widerlegung zeigt unter anderem, dass die Korrelation zwischen Luftdruck und Temperatur keine Kausalität belegt, sich Formeln auf Basis von Treibhausgaskonzentrationen ebenso gut an die Planetendaten anpassen lassen und das Modell dem Energieerhaltungssatz widerspricht, weil eine strahlungsdurchlässige Atmosphäre keine zusätzliche Erwärmung erzeugen kann (Climate Puzzles: Did Nikolov and Zeller prove that atmospheres warm planets only through pressure and not as a result of greenhouse gases?).

2024 veröffentlichten Nikolov und Zeller im auf Vermessung und Fernerkundung spezialisierten Fachjournal Geomatics, das keinen klimawissenschaftlichen Schwerpunkt hat, eine Arbeit, der zufolge Veränderungen der planetarischen Albedo zusammen mit Schwankungen der Sonneneinstrahlung 100 Prozent des beobachteten globalen Erwärmungstrends erklären (DOI 10.3390/geomatics4030017). Diese Arbeit wird im Umfeld der organisierten Klimawandelleugnung, etwa von Cap Allon in einem über Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE) auf Deutsch verbreiteten Artikel, als Beleg dafür angeführt, CO2 spiele für die Erwärmung keine Rolle mehr (EIKE: Weniger Wolken erklären 80 Prozent der gestiegenen Einstrahlung). Anders als die begutachteten Arbeiten, auf die sich solche Texte sonst berufen, zieht diese Studie den Schluss selbst: Sie deutet das Energie-Ungleichgewicht der Erde als Folge adiabatischer Prozesse und schreibt ausdrücklich, es stehe nicht für eine Wärmespeicherung durch steigende Treibhausgaskonzentrationen (DOI 10.3390/geomatics4030017).

Faktenfackel Bewertung

Nikolovs zentrale klimawissenschaftliche These wird von der etablierten Forschung breit zurückgewiesen, unter anderem weil sie auf einer fehlerhaften Berechnung der hypothetischen Erdtemperatur ohne Atmosphäre beruht und dem Energieerhaltungssatz widerspricht. Die 2016 aufgedeckte Pseudonym-Praxis wirft zusätzliche Fragen zur wissenschaftlichen Redlichkeit auf. Seine aktuelle Arbeit erschien in einem fachfremden Journal ohne klimawissenschaftlichen Schwerpunkt und formuliert den Bruch mit dem Treibhauseffekt ausdrücklich selbst. Sie ist damit das Scharnier, über das im Umfeld der organisierten Klimawandelleugnung aus regulär begutachteten Wolkendaten die Behauptung wird, CO2 spiele keine Rolle mehr.

Fazit

Ned Nikolovs atmosphärische Drucktheorie gilt in der Klimaforschung als widerlegt. Als Quelle für die Bewertung des menschengemachten Klimawandels ist er nicht verlässlich.