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Paul Homewood

Britischer Klimablogger, betreibt "Not A Lot Of People Know That". Seine Beiträge erreichen über Watts Up With That und EIKE deutsche Leser.

Bildquelle: ©Paul Homewood
Bildquelle: ©Paul Homewood

Über die Quelle

Paul Homewood betreibt seit 2011 das britische Blog "Not A Lot Of People Know That", auf dem er Veröffentlichungen von Wetterdiensten, Klimaforschung und Energiepolitik kommentiert. Das Blog weist auf seiner Startseite mehr als 25 Millionen Aufrufe und rund 4.000 Abonnenten aus (Stand: 1. September 2026). Als Motto steht dort ein Zitat von J. Robert Oppenheimer über die Notwendigkeit von Kritik und Kontrolle. Eine Über-Seite mit Angaben zur Person führt das Blog nicht.

Beruflich kommt Homewood nicht aus der Klimaforschung. Die Global Warming Policy Foundation (GWPF) schreibt in der Autorenzeile eines von ihr veröffentlichten Berichts: "Paul Homewood had a career as an accountant in industry. He has been writing on climate and energy issues since 2011." Er arbeitete demnach als Buchhalter in der Industrie. Bob Ward vom Grantham Research Institute der London School of Economics nennt ihn einen pensionierten Buchhalter. Bei DeSmog wird Ward mit der Einschätzung zitiert, Homewood habe keine berufliche Qualifikation und keine Ausbildung in Meteorologie oder Klimatologie.

Belegt ist eine wiederkehrende Zusammenarbeit mit der GWPF, einer britischen Organisation, die den wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel bestreitet. Homewood hat für sie mehrere Berichte verfasst, darunter "The US Climate in 2019" als Briefing Nummer 50, das unter seinem Namen erschienen ist. DeSmog nennt zusätzlich "Defra versus Met Office" (2018) und einen Bericht über Hurrikane. Ob über diese Autorschaften hinaus ein Anstellungs- oder Mitgliedschaftsverhältnis besteht, geht aus den öffentlich einsehbaren Quellen nicht hervor. Nach Angaben von DeSmog haben Breitbart, der Telegraph und The Conservative Woman seine Arbeiten aufgegriffen; bei The Conservative Woman schreibt er regelmäßig selbst.

Faktenfackel Bewertung

Für uns zählt Homewood weniger als Einzelautor denn als Ausgangspunkt einer Verbreitungskette. Das Muster ist in drei unserer Quellenlinks dokumentiert: Ein Beitrag erscheint zuerst auf seinem Blog, Watts Up With That übernimmt ihn, EIKE übersetzt die WUWT-Fassung ins Deutsche. Beim Text über die weltweite Waldbrandfläche lagen zwischen Blog und deutscher Version fünf Tage. WUWT übernahm den Beitrag vom 26. August 2026 zwei Tage später wortgleich, EIKE übersetzte ihn am 31. August, gegengeprüft in unserer Einordnung. Wer die deutsche Fassung liest, sieht die beiden Zwischenstationen nicht mehr.

Bei den Beiträgen, die wir geprüft haben, fielen zwei methodische Muster auf.

Das erste betrifft die Wahl des Vergleichsmaßstabs. Im Waldbrand-Beitrag wird die 2026 in der EU verbrannte Fläche gegen 2025 gestellt, das bisherige Rekordjahr, während der Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025 unerwähnt bleibt. Am Mittel gemessen lag 2026 beim gut Doppelten, am Extremjahr gemessen deutlich darunter. Beide Zahlen stimmen, aber nur eine von beiden trägt die Entwarnung.

Das zweite betrifft die Herkunft der Daten. Die vier Diagramme desselben Beitrags stammen von Our World in Data auf Basis des Global Wildfire Information System, erkennbar an der Fußzeile in den Bildern. Im Fließtext nennt weder Homewood noch WUWT noch EIKE diese Herkunft. Nachprüfen lässt sich die Behauptung damit nur, wer den Kleindruck in den Grafiken entziffert.

Hinzu kommen Fälle, in denen eine zutreffende Ausgangsbeobachtung eine Schlussfolgerung tragen soll, die sie nicht deckt. Bei den britischen Hitzetoten wies Homewood zu Recht darauf hin, dass die vom Met Office genannten 2.700 Todesfälle eine Modellschätzung sind und keine Auszählung. Daraus folgt aber nicht, dass die Zahl erfunden wäre, und eine Woche vor seinem Beitrag hatte die UK Health Security Agency auf einem methodisch unabhängigen Weg, über tatsächlich registrierte Sterbefälle, 2.877 hitzeassoziierte Todesfälle für England allein ermittelt, nachgezeichnet in unserer Prüfung der deutschen Fassung. Beim Mittelmeer-Text von tkp.at deckte sich der eng gefasste Befund zur verbrannten Fläche mit Daten der Europäischen Umweltagentur, diente dort aber als Beleg für eine deutlich weiter reichende Aussage, wie unsere Einordnung zeigt.

Kritik dieser Art ist nicht neu. Bob Ward warf Homewood vor, dessen GWPF-Bericht "Tropical hurricanes in the age of global warming" zitiere eine Übersichtsarbeit von Kevin Walsh und Kollegen, lasse deren Schlussfolgerung zum menschlichen Einfluss auf die Hurrikan-Entwicklung aber weg.

Fazit

Als Fundstelle für Datensätze und Diagramme kann das Blog brauchbar sein, denn die zugrunde liegenden Daten sind in aller Regel real und öffentlich zugänglich. Als Beleg für eine Tatsachenbehauptung reicht es nicht, weil die Auswahl der Vergleichswerte in den von uns geprüften Fällen regelmäßig in dieselbe Richtung ausfiel und die Datenherkunft im Text unerwähnt blieb. In den drei Fällen, die wir geprüft haben, stand am Anfang der Kette jeweils dieses Blog.