Simon Kaupert
Vorsitzender des rechtsextremen Medienvereins Filmkunstkollektiv, zuvor Organisator der Wügida-Proteste und aktiv für Ein Prozent.

Über die Quelle
Simon Kaupert ist erster Vorsitzender des Vereins Filmkunstkollektiv, der Fotos und Videos für die extreme Rechte produziert, darunter die Wahlkampfbilder des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt. Den Vorsitz belegen zwei unabhängige Recherchen: Die taz – die tageszeitung nennt ihn 2025 mit vollem Namen als "ersten Vorsitzenden" taz: Fotografen der Identitären Bewegung: Ins rechte Licht gerückt (28. Juli 2025), CORRECTIV schreibt ein Jahr später, er sei 2021 Vorsitzender geworden, kürzt seinen Namen dabei aber auf "Simon K." ab. CORRECTIV: Marschieren, inszenieren, kassieren: Identitäre filmen für Ulrich Siegmund (AfD) (17. August 2026)
Vor dem Verein war Kaupert an mehreren Stationen der extremen Rechten aktiv. Bekannt wurde er als Organisator der islamfeindlichen "Wügida"-Proteste, des Würzburger Ablegers von Pegida. 2015 nahm er nach CORRECTIV-Recherchen an einem Jugendlager der "Jungen Nationalisten" teil, der Nachwuchsorganisation der Partei Die Heimat, die früher NPD hieß. Ab 2016 arbeitete er für das rechtsextreme Kampagnennetzwerk Ein Prozent für unser Land, später war er auch für die Identitäre Bewegung Deutschland tätig. taz: Fotografen der Identitären Bewegung: Ins rechte Licht gerückt (28. Juli 2025) CORRECTIV: Marschieren, inszenieren, kassieren: Identitäre filmen für Ulrich Siegmund (AfD) (17. August 2026)
Kaupert steht dabei nicht nur hinter der Kamera. CORRECTIV veröffentlichte ein Foto der Rechercheplattform RechercheNord, das ihn Ende Juli 2025 als Teilnehmer einer Demonstration der Identitären Bewegung in Wien zeigt. Nach Einschätzung der Redaktion zeigt er darauf eine Geste, "die für 'White Power' steht". Diese Deutung stammt von CORRECTIV; eine Stellungnahme Kauperts dazu ist nicht dokumentiert. CORRECTIV: Marschieren, inszenieren, kassieren: Identitäre filmen für Ulrich Siegmund (AfD) (17. August 2026)
Ältere Erwähnungen gehen weniger weit. Belltower.News zählte ihn 2023 bei der Eröffnung des neuen Zentrums der Identitären Bewegung in Chemnitz zu den anwesenden Aktivisten und beschrieb sein "Filmkunstkollektiv" als Gruppe, die rechte Demonstrationen "in schwülstigen Bildern in Szene setzt". Eine Funktion oder einen Vorsitz schreibt ihm dieser Beitrag nicht zu. Belltower.News: "Festung Chemnitz" - die Identitären haben wieder ein Haus (29. November 2023)
Links
- taz: Fotografen der Identitären Bewegung: Ins rechte Licht gerückt (28. Juli 2025)
- CORRECTIV: Marschieren, inszenieren, kassieren: Identitäre filmen für Ulrich Siegmund (AfD) (17. August 2026)
- Belltower.News: "Festung Chemnitz" - die Identitären haben wieder ein Haus (29. November 2023)
Faktenfackel Bewertung
Kauperts Arbeit ist Bildproduktion für eine politische Bewegung, der er selbst angehört. Die von ihm verantworteten Fotos und Videos sind deshalb keine Dokumentation, sondern Inszenierung: Sie zeigen Demonstrationen, Wahlkampfauftritte und Vernetzungstreffen so, wie die Veranstalter sie gesehen haben wollen. Als Beleg dafür, wie eine Veranstaltung tatsächlich verlief, wie viele Menschen kamen oder wie eine Stimmung war, taugt dieses Material nicht.
Die Belege zu seiner Person sind unterschiedlich stark. Der Vereinsvorsitz ist doppelt belegt und unstrittig, ebenso die Stationen Wügida und Ein Prozent. Die Deutung der Handgeste auf dem Wiener Demonstrationsfoto ist dagegen eine Einschätzung einer Redaktion, die er nicht kommentiert hat, und sollte nur mit dieser Zuschreibung wiedergegeben werden.
Fazit
Kaupert ist ein Akteur der rechtsextremen Szene, kein neutraler Dokumentarist. Sein Bildmaterial ist ausschließlich als Selbstdarstellung der Bewegung verwertbar, nie als Beleg für einen Sachverhalt.