Link Beschreibung
Aaron Spielmanns widerlegt das Argument, höhere Löhne würden automatisch Inflation erzeugen. Die deutsche Inflation 2021--2024 wurde empirisch nicht durch Lohnerhöhungen, sondern durch Energiepreise, Lieferkettenprobleme und Unternehmensgewinne angetrieben. DIW, Hans-Böckler-Stiftung und IW Köln fanden keine Belege für eine klassische Lohn-Preis-Spirale: Lohnstückkosten stiegen moderat, während nominale Stückgewinne die Preisentwicklung weit stärker trieben als Löhne.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die These, dass die Lohn-Preis-Spirale ein Mythos ist, wird von namhaften Wirtschaftsforschungsinstituten geteilt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher erklärte, die Voraussetzungen für eine Lohn-Preis-Spirale seien in Deutschland in den vergangenen 70 Jahren nie schwächer ausgeprägt gewesen als in den Jahren der Hochinflation 2022/23: Reallöhne sanken, während Unternehmensgewinne stiegen. Der DGB zeigt, dass die Inflation primär durch Energiepreise, Lieferkettenprobleme und Gewinnmitnahmen von Unternehmen getrieben wurde, nicht durch Lohnerhöhungen. Die Hans-Böckler-Stiftung fand keine empirischen Anzeichen für eine klassische Preis-Lohn-Spirale: Lohnstückkosten stiegen moderat, während nominale Stückgewinne die Inflation weit stärker antrieben. Eine IW-Köln-Analyse bestätigte, dass eine definierte Lohn-Preis-Spirale (parallele Beschleunigung von Inflation und Lohndynamik über mehrere Quartale) für Deutschland empirisch nicht nachgewiesen werden konnte. Die Aussage ist wissenschaftlich breit gestützt und auch rückblickend auf die Inflationsphase 2021–2024 zutreffend.
Fazit
Spielmanns' Behauptung, die Lohn-Preis-Spirale sei ein Mythos, entspricht dem Konsens mehrerer unabhängiger Wirtschaftsforschungsinstitute. Empirisch ließ sich für Deutschland keine klassische Lohn-Preis-Spirale nachweisen; die Inflation wurde primär durch Energiepreise und Unternehmensgewinne, nicht durch Lohnerhöhungen getrieben.
