Anna Paulina Luna
Republikanische US-Abgeordnete aus Florida mit dokumentierten Kontakten zur AfD, Mitglied des Repräsentantenhauses seit 2023.

Über die Quelle
Anna Paulina Luna, geboren 1989 in Santa Ana, Kalifornien, vertritt seit Januar 2023 Floridas 13. Kongresswahlbezirk im US-Repräsentantenhaus. Sie diente von 2009 bis 2014 in der US Air Force und wechselte danach in die Oregon Air National Guard, schloss 2017 ihr Studium an der University of West Florida ab und gewann den Sitz 2022 mit Unterstützung von Donald Trump in der republikanischen Vorwahl, nachdem sie 2020 noch gegen den demokratischen Amtsinhaber Charlie Crist verloren hatte (Wikipedia: Anna Paulina Luna). Politisch sozialisiert wurde sie über Turning Point USA, die Organisation des 2025 getöteten Aktivisten Charlie Kirk, der sie nach eigener Aussage zu Turning Point USA holte und dem sie den Start ihrer politischen Karriere zuschreibt.
Im Kongress sitzt Luna im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und im Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreform. Im Februar 2025 setzten Sprecher Mike Johnson und Ausschusschef James Comer sie als Vorsitzende einer Arbeitsgruppe zur Freigabe geheimer Bundesakten ein, die unter anderem Dokumente zur Ermordung John F. Kennedys aufarbeitet (Newsweek: Florida Republican to lead task force focused on JFK files, Epstein list, 11. Februar 2025).
Kontakte zur AfD: Luna pflegt seit Herbst 2025 dokumentierte Beziehungen zur AfD. Ende Oktober 2025 lud sie Alice Weidel öffentlich nach Washington ein, Weidel antwortete, sie werde sich mit Luna abstimmen, "um es möglich zu machen". Kurz darauf traf Luna in Washington die AfD-Bundestagsabgeordnete Anna Rathert und kündigte für Dezember 2025 den Besuch einer AfD-Delegation in Washington an (NOTUS: Democrats Fume Over Rep. Luna's 'Grotesque' Invite to Germany's Far-Right Party). Im März 2026 leitete Luna für Turning Point USA die Konferenz "Allianz Souveräner Nationen" in Washington, bei der neben weiteren europäischen Rechtsaußen-Politikern der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier als einer der Hauptteilnehmer angekündigt war (Soester Anzeiger: Neue Rechtsaußen-Allianz, 6. März 2026). Zudem unterstützte Luna die rechte deutsche Influencerin Naomi Seibt in deren US-Asylverfahren und kündigte an, sich dafür beim Außenministerium einzusetzen (NOTUS).
Der Vorstoß löste in den USA Kritik aus. Der demokratische Abgeordnete Dan Goldman, Ko-Vorsitzender der überparteilichen Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus, nannte Lunas Einladung an die AfD "grotesk" (NOTUS) und verwies auf die mutmaßliche NS-Vergangenheit ihres Großvaters. Laut einem Bericht der Washington Post, auf den sich NOTUS beruft, diente Lunas Großvater väterlicherseits im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht (NOTUS). NOTUS zitiert dazu das American Jewish Committee, das die AfD als "rechtsextreme Partei" mit "einer klaren Geschichte von Antisemitismus und Feindseligkeit gegenüber Amerika" bezeichnet (NOTUS). Lunas Büro reagierte laut NOTUS nicht auf mehrfache Presseanfragen zu den Vorwürfen.
Zu Russland pflegt Luna ebenfalls Kontakte: Sie kündigte an, Putins Sondergesandten Kirill Dmitrijew, den Chef des russischen Staatsfonds RDIF, zu treffen; laut CNN war ein solches Treffen während seines USA-Besuchs Ende Oktober 2025 vorgesehen (CNN: Top Russian envoy visits US for 'official' talks, days after Trump imposes sanctions on Moscow, 24. Oktober 2025). Im Oktober 2025 meldete sie auf X, von Russlands US-Botschafter ein Dossier mit angeblichen russischen Erkenntnissen zum Kennedy-Attentat erhalten zu haben. Der konservative Kolumnist Marc Thiessen spottete darüber ironisch, die Russen lachten sicher nicht über sie (im Original: "Zero chance the Russians are laughing at you.") (The Independent, 15. Oktober 2025). Das Dossier veröffentlichte sie später (NOTUS).
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Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Luna ist eine republikanische Abgeordnete mit einer belegten, mehrmonatigen Kontaktgeschichte zur AfD. Ihre Einladung an Weidel, das Treffen mit Rathert, die für Dezember angekündigte Delegationsreise und die ihr zugeschriebene Leitung der März-Konferenz "Allianz Souveräner Nationen" zeigen ein durchgängiges Muster, keine einmalige Geste. Vor diesem Hintergrund ist ihr Schreiben an den Justizausschuss des Thüringer Landtags von Anfang September 2026 zu lesen, in dem sie AfD-Verbotsbefürwortern mit Einreiseverboten drohte, die sie bei Außenminister Marco Rubio beantragen will (unsere Einordnung dazu). Luna tritt dort nicht als neutrale Beobachterin auf, sondern als jemand, der die AfD seit Herbst 2025 aktiv umwirbt.
Innerhalb der Republikanischen Partei kommt Luna aus dem Trump-nahen Influencer-Flügel, der über Turning Point USA in die Politik fand. Ihre Arbeit im Kongress konzentriert sich auf die Freigabe geheimer Akten, etwa zum Kennedy-Attentat, und auf Themen der Aufsichtsausschüsse. Spott erntete sie etwa vom konservativen Kolumnisten Marc Thiessen, als sie meldete, ein Dossier von Russlands US-Botschafter zum Kennedy-Mord erhalten zu haben.
Fazit
Anna Paulina Luna ist eine republikanische Abgeordnete mit belegter, wiederholter Kontaktaufnahme zur AfD, von der öffentlichen Einladung an Alice Weidel über ein Treffen mit einer AfD-Bundestagsabgeordneten bis zu einer rechten Netzwerkkonferenz in Washington, die sie laut Berichten leitete und zu der AfD-Politiker angekündigt waren. Diese Nähe ist der entscheidende Hintergrund für ihre spätere Drohung gegenüber Thüringer Landtagsabgeordneten, die einen AfD-Verbotsantrag unterstützt haben.