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Leif-Erik Holm

AfD-Bundestagsabgeordneter, Landesvorsitzender der AfD Mecklenburg-Vorpommern und Ministerpräsidentenkandidat zur Landtagswahl 2026

Bildquelle: ©Deutscher Bundestag
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Über die Quelle

Leif-Erik Holm (* 1. August 1970 in Schwerin) ist gelernter Elektromonteur und studierte nach dem NVA-Wehrdienst Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin (Abschluss: Master of Science). Rund zwei Jahrzehnte arbeitete er als Radiomoderator, unter anderem bei Antenne MV, Hit Radio FFH und beim NDR, bevor er in die Politik wechselte (Bundestag-Biografie; Wikipedia).

Seit 2013 ist Holm, mit einer Unterbrechung 2014, Landesvorsitzender der AfD Mecklenburg-Vorpommern (Wikipedia), seit Oktober 2021 gemeinsam mit Enrico Schult (Wikipedia: Enrico Schult). Von Oktober 2016 bis November 2017 saß er im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, seit September 2017 ist er Mitglied des Bundestages. Bei der Wahl 2025 gewann er mit 35,9 Prozent das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Schwerin/Ludwigslust-Parchim I/Nordwestmecklenburg I (Wikipedia); im Bundestag ist er wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag (eigene Webseite).

2023 kandidierte Holm erfolglos für das Amt des Oberbürgermeisters von Schwerin: Im ersten Wahlgang kam er auf 27,4 Prozent, in der Stichwahl unterlag er dem SPD-Amtsinhaber Rico Badenschier mit 32,2 Prozent (Wikipedia).

Zur Landtagswahl am 20. September 2026 tritt Holm als Ministerpräsidentenkandidat der AfD MV an. Auf dem Landesparteitag in Grimmen am 30. Mai 2026 forderte er eine AfD-Alleinregierung: "Wir bringen unser Land wieder in Ordnung mit der Alleinregierung" (ZDFheute: AfD-Parteitag in Mecklenburg-Vorpommern (31. Mai 2026)). Er kandidiert im Landtagswahlkreis Schwerin I direkt gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die dort ebenfalls als Direktkandidatin antritt (Nordkurier: Schwesig mit breitem Rückhalt für Landtagswahl nominiert). Auf der Landesliste ist Holm nicht abgesichert, dort führt Enrico Schult als Spitzenkandidat (t-online, 17. September 2026).

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Im TV-Duell mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am 16. September 2026 warf Holm dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, er desinformiere des Öfteren und berichte nicht objektiv und ausgewogen; zur Begründung verwies er allgemein auf wesentliche Auslassungen und darauf, dass die AfD selten in Talkshows eingeladen werde. NDR-Moderator Thilo Tautz widersprach direkt: "Das sind völlige Falschbehauptungen, das können wir so nicht stehen lassen", und konterte den Vorwurf seltener Talkshow-Einladungen mit dem Hinweis "Sie sind doch gerade hier" (t-online: Moderator rügt Holm bei TV-Duell: "Das sind völlige Falschbehauptungen" (17. September 2026)). Holm hat seine Radiolaufbahn selbst beim NDR begonnen, bevor er zu Privatsendern wechselte (Wikipedia).

Die taz sieht in der Wahl von Dario Seifert zum Generalsekretär der AfD MV einen Widerspruch zu Holms moderaterem Auftreten. Seifert wurde beim Landesparteitag der AfD MV am 30. Mai 2026 in Grimmen mit 91 Prozent der Delegiertenstimmen ohne Gegenkandidatur gewählt. Er war laut taz früher Mitglied der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten, nahm 2014 an einem Neonazi-Trauermarsch teil und soll Berichten zufolge enge Kontakte zur rechtsextremen Gruppierung "Nationale Sozialisten Rostock" gehabt haben. Holm bezeichnete Seiferts JN-Mitgliedschaft als "jugendliche Verirrung" (taz: AfD beschließt Wahlprogramme (31. Mai 2026)).

Eine offizielle Einstufung des Landesverbands AfD MV durch den Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern als rechtsextremistischer Verdachtsfall ist nicht veröffentlicht, weil der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern die Öffentlichkeit erst informiert, wenn eine Bestrebung als "gesichert extremistisch" gilt; laut Medienberichten wird die AfD dort als Verdachtsfall geführt (correctiv). Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Bundes-AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall, das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte das am 13. Mai 2024 (LTO: AfD bleibt Verdachtsfall: Reaktionen auf OVG-Urteile). 2025 stufte das Bundesamt die Partei als "gesichert rechtsextremistisch" ein. Diese Hochstufung stoppte die AfD vorläufig mit einem Eilantrag, vorerst darf der Verfassungsschutz sie nicht so bezeichnen (correctiv: Wie stuft der Verfassungsschutz die AfD in den Bundesländern ein? (17. Juni 2026)).

Fazit

Nach außen tritt Holm laut taz moderat auf, wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber pauschal Desinformation vor; der NDR-Moderator wies das im TV-Duell als "völlige Falschbehauptungen" zurück. Die Mitgliedschaft seines Generalsekretärs Dario Seifert in der NPD-Jugend tat Holm als "jugendliche Verirrung" ab. Aussagen von Holm sind daher wie bei anderen AfD-Spitzenpolitikern im Einzelfall gegenzuprüfen.