Vier Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt trat Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, am 10. September 2026 vor die Presse. Dort nannte er Rüstungsgüter mögliche "Hilfsmittel" für "Remigrations- und Abschiebeoffensiven" (Migazin, Video bei n-tv). Als eine Phoenix-Reporterin ihn nach dem Unterschied zwischen Abschiebung und Remigration fragte, antwortete er laut CORRECTIV antwortete er:
"Remigration ist viel mehr als nur eine Abschiebung."
"Remigration trifft alle Menschen, die keinen Beitrag leisten wollen."
Remigration sei außerdem die Neuordnung der verfehlten Politik der vergangenen Jahre, vor allem der CDU-geführten Regierung, gibt CORRECTIV ihn in indirekter Rede wieder.
Faktenfackel Bewertung
Belegt sind die beiden Sätze nur durch die Wiedergabe bei CORRECTIV. Eine Aufzeichnung der Antwort an Phoenix ist derzeit nicht einsehbar.
Inhaltlich weichen sie von der Linie ab, die die AfD nach der Rede von Friedrich Merz im Bundestag vertritt. Bernd Baumann und Stefan Möller erklärten am 9. September, Remigration meine die Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer. Ob jemand einen "Beitrag" leistet, entscheidet aber nicht über eine Ausreisepflicht. Neu ist das Kriterium bei Siegmund nicht: In seiner Zitat: Landtagsrede vom Januar 2024 nahm er Menschen aus, "die mit anpacken" und "Wertschöpfung betreiben". Wen er mit "alle Menschen" meint, nur Ausländer oder auch Eingebürgerte, sagte er nicht; CORRECTIV schreibt, Siegmund halte sich die genaue Bedeutung des Begriffs offen.