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Stand: 12.06.2026

BKA: PMK-Fallzahlen 2025 – Detailseite

Link Beschreibung

Offizielle Statistik des Bundeskriminalamts zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) 2025, vorgestellt am 9. Juni 2026 gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern. Insgesamt wurden 85.837 PMK-Straftaten erfasst (+1,98 Prozent gegenüber 2024), der höchste Stand seit Einführung der Statistik 2001. PMK-rechts bleibt mit 42.544 Straftaten und 1.598 Gewalttaten der mit Abstand größte Phänomenbereich; PMK-links stieg auf 13.490 Straftaten (+35,3 Prozent) und 1.087 Gewalttaten (+42,7 Prozent). Begleitet wird die Seite durch die Pressemitteilung vom 9. Juni 2026 und die vollständigen Fallzahlen-Tabellen (PDF).

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das Bundeskriminalamt veröffentlichte die PMK-Zahlen für 2025 am 9. Juni 2026. Die Statistik basiert auf dem Kriminalpolizeilichen Meldedienst (KPMD-PMK), bei dem die Landeskriminalämter Fälle an das BKA melden. Erfasst wird ausschließlich das polizeiliche Hellfeld, nicht das Dunkelfeld.

Mit 85.837 Straftaten setzt sich der Höchststand des Vorjahres fort (2024: 84.172, +1,98 Prozent). Auch die politisch motivierten Gewalttaten stiegen leicht auf 4.156 Fälle (2024: 4.107, +1,19 Prozent). Die Phänomenbereiche entwickelten sich gegenläufig:

  • PMK-rechts: 42.544 Straftaten (2024: 42.788, -0,57 Prozent), davon 1.598 Gewalttaten (2024: 1.488, +7,39 Prozent). Der Bereich bleibt mit rund der Hälfte aller erfassten Straftaten der mit Abstand fallzahlenstärkste. Die Gesamtzahl ging minimal zurück, die rechte Gewalt erreichte dagegen einen neuen Höchstwert.
  • PMK-links: 13.490 Straftaten (2024: 9.971, +35,29 Prozent), davon 1.087 Gewalttaten (2024: 762, +42,65 Prozent). Der Anstieg ist der Haupttreiber des Gesamtzuwachses.
  • PMK-ausländische Ideologie: 6.886 Straftaten (-6,22 Prozent), 704 Gewalttaten (-27,79 Prozent).
  • PMK-religiöse Ideologie: 1.983 Straftaten (+5,65 Prozent), 98 Gewalttaten (+12,64 Prozent).
  • PMK-sonstige Zuordnung: 20.934 Straftaten (-5,67 Prozent), 669 Gewalttaten (-15,85 Prozent).

Propagandadelikte bleiben mit 30.397 Fällen (2024: 31.229, -2,66 Prozent) die größte Einzeldeliktsgruppe (35,41 Prozent aller PMK-Straftaten); davon entfallen 25.098 auf PMK-rechts, wo sie 58,99 Prozent aller Straftaten ausmachen. Die Hasskriminalität verharrt mit 22.159 Fällen auf hohem Niveau (2024: 21.773), getragen vor allem von fremdenfeindlichen Straftaten (19.484, davon 73,7 Prozent PMK-rechts). Antisemitische Straftaten stiegen um 5,0 Prozent auf 6.548 Fälle (47,2 Prozent mit Nahost-Bezug), frauenfeindliche Straftaten um 46,8 Prozent auf einen Höchstwert von 819 Fällen, queerfeindliche um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle. Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger gingen leicht auf 5.797 zurück (2024: 6.059), Straftaten gegen die Polizei stiegen um 4,7 Prozent auf 5.144.

Bemerkenswert ist die politische Rahmung der Vorstellung: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hob den Anstieg der linken Gewalt um 42 Prozent hervor, betonte aber zugleich, die "mit Abstand meisten Delikte" stammten von rechten und rechtsextremen Tätern, weshalb "die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus" ausgehe. BKA-Präsident Holger Münch nannte soziale Medien als wesentlichen Treiber von Polarisierung und Radikalisierung. Der prozentual starke Anstieg bei PMK-links ist absolut einzuordnen: PMK-rechts liegt mit 42.544 Straftaten weiter mehr als dreifach so hoch, und auch die rechte Gewalt übersteigt die linke in absoluten Zahlen (1.598 zu 1.087).

Fazit

Belastbare amtliche Primärquelle ohne Behauptungscharakter, direkt zitierfähig. Die Daten belegen einen weiteren Höchststand der PMK insgesamt, einen Rekord bei rechter Gewalt trotz minimal gesunkener rechter Gesamtzahl und einen kräftigen Anstieg im Bereich PMK-links. Die in der Vorstellung mitgelieferten politischen Gewichtungen (BMI/BKA) sind als Interpretation kenntlich zu halten; für Vergleiche zwischen den Phänomenbereichen sind absolute Zahlen neben den Prozentwerten heranzuziehen.

Verwendungen

Faktenchecks