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Stand: 20.09.2026

RKI KW 36: 16.000 hitzebedingte Sterbefälle in 2026

Wahr

Link Beschreibung

Der Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts zur hitzebedingten Mortalität vom 17. September 2026 deckt die Kalenderwoche 36 (31. August bis 6. September 2026) ab und beziffert die hitzebedingten Sterbefälle für das bisherige Jahr 2026 auf rund 16.000, mit einem 95-Prozent-Prädiktionsintervall von 14.300 bis 17.600. Das entspricht 19,3 Sterbefällen pro 100.000 Einwohner. Die Altersverteilung: 8.100 Fälle entfallen auf Menschen ab 85 Jahren (250,6 pro 100.000, weiterhin die mit Abstand höchste Rate), 3.890 auf die 75- bis 84-Jährigen, 2.510 auf die 65- bis 74-Jährigen und 1.500 auf Menschen unter 65.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Gegenüber dem zuletzt von uns geprüften Bericht zur Kalenderwoche 33 mit rund 15.800 Fällen ist die Jahressumme zunächst weiter gestiegen und dann leicht gesunken: Der Bericht zur Kalenderwoche 35 vom 10. September wies noch 16.300 14.800; 17.700 aus, jetzt sind es 16.000 14.300; 17.600. Dahinter steckt kein korrigierter Fehler, sondern die laufende Modellfortschreibung: Weil Sterbefälle nachgemeldet werden, rechnet das RKI die jeweils letzten neun Kalenderwochen auf noch unvollständiger Datenbasis und später erneut. Die Schätzung wandert dabei in beide Richtungen. Wer das Monitoring beobachtet, sollte auch den Rückgang mitnennen.

Aufgeschlüsselt wird der Jahreswert nach Hitzeperioden: Von den 16.000 Fällen entfallen etwa 9.600 auf die besonders heiße Kalenderwoche 26 Ende Juni und etwa 4.200 auf die Kalenderwochen 31 bis 33, also Ende Juli bis Mitte August. Zusammen sind das rund 13.800 der 16.000 Fälle.

In der Berichtswoche selbst lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 17,7 °C. Damit blieb sie unter der Schwelle von etwa 20 °C, ab der ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit messbar wird. Neue Fälle kamen in dieser Woche also kaum hinzu.

Parallel weist das RKI für den Zeitraum der Kalenderwochen 20 bis 33 (Mitte Mai bis Mitte August) eine allgemeine Übersterblichkeit von geschätzten 18.700 14.000; 23.500 aus. Diese Zahl misst etwas anderes als die 16.000: Sie erfasst alle zusätzlichen Sterbefälle unabhängig von der Ursache, während das Hitzemodell nur den auf Hitze zurückführbaren Anteil isoliert. Der Bericht schreibt dazu, die Auswirkungen der Hitze könnten "sogar noch größer sein als mit dem Hitze-Modell berechnet".

Zum Vergleich mit den Vorjahren nennt der Bericht selbst gerundete Größenordnungen: 2018 und 2019 "jeweils etwa 7.000 und mehr", 2020 sowie 2022 bis 2024 "jeweils etwa 3.000 und mehr", 2016, 2017 und 2021 zwischen 1.200 und 2.000. Die Datentabelle des RKI ist an dieser Stelle genauer als der Fließtext des Berichts. 2026 liegt in jedem Fall klar über allen Vorjahren seit Beginn der Zeitreihe 2016.

Fazit

Methodisch transparente Primärquelle mit ausgewiesenem Schätzintervall, offengelegtem Modellansatz und einer Aufschlüsselung auf konkrete Hitzeperioden. Dass die Zahl diesmal gesunken ist, entkräftet den verbreiteten Vorwurf, sie werde nur nach oben fortgeschrieben. Mit rund 16.000 hitzebedingten Sterbefällen bleibt 2026 das schwerste Hitzejahr seit Beginn der Erfassung.

Verwendungen

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