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Stand: 20.04.2026

Verfassungsschutzbericht 2024 – Fakten und Tendenzen (Kurzzusammenfassung)

Link Beschreibung

Kurzzusammenfassung des Jahresberichts des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), vorgestellt am 10. Juni 2025. Der Bericht dokumentiert die verfassungsfeindlichen Entwicklungen des Jahres 2024 und gibt einen Überblick über Personenpotenziale, Straftaten und Tendenzen in allen Phänomenbereichen: Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, auslandsbezogener Extremismus sowie Spionage und Cyberangriffe.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Verfassungsschutzbericht 2024 ist eine Primärquelle staatlicher Sicherheitsbehörden und wird ohne externen Faktencheck bewertet. Als offizielles Dokument des Bundesministeriums des Innern dokumentiert er die Lageeinschätzung des BfV und basiert auf nachrichtendienstlichen Erkenntnissen, die nicht vollständig öffentlich verifizierbar sind.

Die zentralen Befunde im Überblick:

Politisch motivierte Kriminalität: Das BKA registrierte 2024 insgesamt 84.172 politisch motivierte Straftaten (2023: 60.028), ein Anstieg um 40 %. Davon werden 57.701 (68,6 %) dem extremistischen Bereich zugerechnet. Rechtsextremistisch motivierte Straftaten stiegen um 47,4 % auf 37.835, darunter 1.281 Gewalttaten und 6 versuchte Tötungsdelikte.

Rechtsextremismus: Das rechtsextremistische Personenpotenzial wuchs auf 50.250 Personen (2023: 40.600), davon 15.300 gewaltorientiert. Die AfD (Verdachtsfall) wird mit einem Potenzial von 20.000 Personen geführt, nachdem das OVG Nordrhein-Westfalen im Mai 2024 die Rechtmäßigkeit der Beobachtung bestätigte. Das BfV verbot am 16. Juli 2024 die "COMPACT-Magazin GmbH" und deren Teilorganisation "CONSPECT FILM GmbH". Das Bundesverwaltungsgericht gab der COMPACT GmbH jedoch noch am 14. August 2024 aufschiebende Wirkung gegen die Verbotsverfügung; eine Entscheidung in der Hauptsache wird für Juni 2025 erwartet.

Reichsbürger und Selbstverwalter: Die Szene umfasst rund 26.000 Personen, davon 1.400 mit Überschneidungen zum Rechtsextremismus. Der Prozess gegen die mutmaßliche terroristische Vereinigung um Heinrich XIII. P. R. läuft seit 2024 an den Oberlandesgerichten Stuttgart, Frankfurt am Main und München.

Linksextremismus: Das linksextremistische Personenpotenzial stieg um 2,7 % auf 38.000 Personen. Linksextremistisch motivierte Straftaten stiegen um 37,9 % auf 5.857 Delikte, während Gewalttaten um 26,8 % sanken. Die Szene instrumentalisiert Klimaproteste und nutzt das Bündnis "Ende Gelände" sowie das Netzwerk "Antifa-Ost" als Strukturen.

Islamismus: Das salafistische Personenpotenzial stieg leicht auf 11.000 Anhänger. Das BfV verbot im Juli 2024 das "Islamische Zentrum Hamburg e.V." als bedeutendstes Propagandazentrum Irans in Europa. Der Nahostkonflikt wirkt als phänomenübergreifender Mobilisierungsfaktor.

Auslandsbezogener Extremismus: Das Personenpotenzial wuchs um 6 % auf 32.500 Personen. Straftaten mit auslandsbezogenem extremistischen Hintergrund stiegen um 46,6 % auf 4.534, davon mehr als zwei Drittel mit israelfeindlicher oder propalästinensischer Tatmotivation. Die PKK erzielte in Deutschland bei ihrer Jahresspendenkampagne 2024 zwischen 14 und 15 Millionen Euro.

Spionage und Cyberangriffe: Russland, China, Iran und die Türkei sind die Hauptakteure gegen Deutschland gerichteter Spionage. Vor den Europawahlen 2024 wurde die russische Einflussoperation "Voice of Europe" aufgedeckt. China intensivierte Cyberspionageaktivitäten mit bislang ungekannter Reichweite, insbesondere gegen IT-Dienstleister und Unternehmen aus Schlüsselbranchen.

Fazit

Der Bericht dokumentiert eine deutliche Zunahme extremistischer Aktivitäten in nahezu allen Phänomenbereichen, wobei der Nahostkonflikt als phänomenübergreifender Mobilisierungsfaktor wirkt. Als Primärquelle staatlicher Sicherheitsbehörden ist der Bericht ein wichtiges Referenzdokument, das jedoch die Perspektive und Kategorisierungen des BfV widerspiegelt.

Verwendungen

Faktenchecks