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Stand: 28.09.2026

Mimikama: KI-Grusel um die "Cat in the Hat" und der echte Fall

Irreführend

Link Beschreibung

Mimikama prüft Bilder und Videos einer als "Cat in the Hat" verkleideten Gestalt, die nachts durch Wohngebiete in Sachsen-Anhalt schleichen soll. Die meisten Aufnahmen zeigen laut Mimikama nicht, was behauptet wird: Viele sind KI-generiert, andere älter oder aus anderen Ländern. Belegt ist nur eine Anzeige in Coswig (Anhalt): Eine Frau fühlte sich dort von einer kostümierten Person bedroht.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Mimikamas Einordnung hält der Prüfung stand. Das Polizeirevier Wittenberg (Polizeiinspektion Dessau-Roßlau) berichtet in einer Pressemitteilung vom 23. September 2026 von einem Vorfall in Coswig (Anhalt): Am 19. September gegen 23 Uhr habe sich eine Anwohnerin der Zerbster Straße von einer Person im Katzenkostüm mit einem "Knüppel" in der Hand bedroht gefühlt, die fast eine halbe Stunde vor dem Haus gewartet habe. Laut Polizei soll eine so kostümierte Person bereits mehrfach in Coswig aufgetaucht sein. Die Meldung formuliert das im Konjunktiv, die Polizei bestätigt diese Sichtungen also nicht selbst. Nach Angaben der FAZ ist offen, ob sich alles so zugetragen hat. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen die unbekannte Person eingeleitet und ordnet den Fall selbst als möglichen "TikTok-Trend" ein, lässt aber offen, ob ein dummer Streich oder eine Straftat vorliegt; das klären die Ermittlungen. Mimikama hat für Dessau, Wittenberg und Gräfenhainichen keine eigene Polizeimeldung über einen Vorfall gefunden. Zu den aus Dessau kursierenden Bildern hat sich die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau laut Berliner Zeitung allerdings geäußert: Viele davon seien offenbar KI-generiert. Auch die Berliner Zeitung und die FAZ berichten von mehrfachen Sichtungen der Gestalt in Coswig, der geschilderten Anzeige dort sowie einem Polizeieinsatz nach einer angeblichen Sichtung an einer Schule in Zerbst; laut Polizei bestand dort zu keinem Zeitpunkt eine ernsthafte Gefahr.

Die von Mimikama beschriebene KI-Herkunft vieler Bilder lässt sich ebenfalls nachvollziehen. Bereits am 20. August 2026 stellte die irische Polizei in Wexford klar, dass kursierende "Cat in the Hat"-Aufnahmen KI-generiert seien: "Im Kern handelt es sich um einen KI-Prompt, der die Figur in Bilder und Videos vertrauter Orte einfügt", zitiert Euronews die Garda-Mitteilung auf Instagram. Die FAZ rekonstruiert den Ursprung des Trends: Eine am 30. Juni 2026 hochgeladene Szene aus der Verfilmung "Ein Kater macht Theater" (2003) mit Mike Myers wurde binnen einer Woche über 4,4 Millionen Mal aufgerufen und danach von anderen Nutzern zu vermeintlichem Found-Footage-Material umgeschnitten, das zunächst in Großbritannien und Irland, später in den USA kursierte. Laut FAZ warnt die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau inzwischen selbst mit einem KI-generierten Bild vor dem Trend.

Damit trifft die Bewertung des viralen Narrativs zu: Eine flächendeckende Serie realer Sichtungen einer kostümierten Gestalt in Sachsen-Anhalt ist nicht belegt. Mimikama zufolge zeigen die meistgeteilten Aufnahmen nicht, was behauptet wird: Viele sind KI-generiert, andere älter, stammen aus anderen Ländern oder wurden erst nachträglich mit lokalen Ortsnamen versehen. Ein realer Kern bleibt: Der Vorfall in Coswig wird von der Polizei tatsächlich untersucht, unabhängig davon, ob dahinter ein Nachahmer des Online-Trends oder ein eigenständiges Vorkommnis steckt.

Fazit

Das virale Narrativ, eine reale "Cat in the Hat"-Gestalt schleiche durch mehrere Städte in Sachsen-Anhalt, ist irreführend: Es stützt sich überwiegend auf KI-generierte, ältere oder aus anderen Ländern stammende Bilder. Zutreffend ist, dass die Polizei zu einer Anzeige aus Coswig (Anhalt) ermittelt, wo die Gestalt mehrfach gesehen worden sein soll; die Ermittlungen dauern noch an.