Boris Reitschuster
Blog und Videokanal des Journalisten Boris Reitschuster, früher Focus-Korrespondent in Moskau, heute im rechten Alternativmedien-Spektrum

Über die Quelle
Boris Reitschuster, geboren 1971 in Augsburg, leitete von November 1999 bis August 2015 das Moskauer Büro des Nachrichtenmagazins Focus und veröffentlichte mehrere Bücher über das Herrschaftssystem Wladimir Putins (Wikipedia: Boris Reitschuster). Seit 2015 arbeitet er als freier Journalist und betreibt unter reitschuster.de einen Blog samt YouTube-Kanal. Nach eigenen Angaben finanziert er sich ausschließlich durch Spenden seiner Leser, ohne staatliche Mittel (Reitschuster: Unterstützung).
Bekannt wurde der Blog ab 2020 durch Reitschusters Auftritte in der Bundespressekonferenz und durch seine kritische, oft polemische Berichterstattung zur Corona-Politik. Nach Beobachtung von Belltower.News gehörten gerade Anhänger der "Querdenken"-Bewegung zu seinem treuesten Publikum (Belltower.News: Boris Reitschuster, Verunsicherung als Geschäftsmodell). Die Bundespressekonferenz entzog ihm im Dezember 2021 die Mitgliedschaft mit der Begründung, sein Blog habe laut Impressum seinen Sitz in Montenegro, Mitglied könne aber nur werden, wer für ein in Deutschland ansässiges Medium arbeite (Berliner Zeitung: Bundespressekonferenz schließt Journalist Boris Reitschuster aus, 22. Dezember 2021). An seiner Teilnahme als Gast änderte der Mitgliedschaftsentzug nichts.
reitschuster.de wird von mehreren Medien als rechts beziehungsweise rechtskonservativ eingeordnet (Wikipedia: Boris Reitschuster). Ein Beitrag von Charlotte Matthies im Rahmen des Lehrformats "Praxis der Nachrichtenmedien" am Stiftungslehrstuhl für Kommunikationswissenschaft der Zeppelin-Universität kommt zu dem Schluss, das Portal arbeite mit Emotionalisierung, Polarisierung und starken Behauptungen anstelle von Belegen, und stellt infrage, ob es sich überhaupt um Journalismus im engeren Sinn handle oder eher um eine meinungsgetriebene Plattform (Zeppelin Universität: Zwischen Kritik und Kampagne, wie journalistisch ist reitschuster.de?, 1. Juli 2025). Eine Analyse von Belltower.News wirft dem Portal vor, mit Framing, Andeutungen und Suggestivfragen zu arbeiten statt mit offenen Falschbehauptungen, unter anderem durch aus dem Kontext gerissene Zitate (Belltower.News: Boris Reitschuster, Verunsicherung als Geschäftsmodell). Volksverpetzer dokumentiert in einem eigenen Faktencheck mehrere Fälle, in denen das Portal Themen wie Corona-Impfungen oder internationale Vergleiche selektiv und mit reißerischen Überschriften darstellt, während Richtigstellungen erst am Ende der Artikel stehen (Volksverpetzer: Der große Reitschuster-Faktencheck).
Links
- Website: reitschuster.de
- Wikipedia
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
reitschuster.de vermischt reale, oft zutreffend recherchierte Fakten mit einer zugespitzten, meinungsgetriebenen Einordnung, die über das hinausgeht, was die eigenen Belege hergeben. Genau dieses Muster zeigt sich auch im hier geprüften Beitrag zur Campact-Kampagne in Mecklenburg-Vorpommern. Tatsachenbehauptungen des Portals sind grundsätzlich gegen unabhängige Quellen oder Primärdokumente zu prüfen, bevor sie übernommen werden.
Fazit
Nicht als seriöse Nachrichtenquelle verwendbar. reitschuster.de wird bei Faktenfackel als Dokumentation rechtsalternativer Narrative herangezogen, nicht als Beleg für Fakten.