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Stand: 28.09.2026

EIKE: Sonnenzyklen beeinflussen den Pazifik

Link Beschreibung

EIKE veröffentlicht eine Übersetzung eines Textes von Cap Allon über eine neue Studie von Wang et al. in "Geophysical Research Letters". Danach kann der elfjährige Sonnenzyklus den Pazifik unterhalb der Oberfläche verändern und Jahre später die Klimavariabilität beeinflussen. Der Text selbst hält fest, dass das den aktuellen El Niño nicht beweist, sondern zeitlich nur dazu passt; von menschengemachter Erwärmung ist an keiner Stelle die Rede.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die Studie, auf die sich Cap Allon bezieht, ist echt: Wang et al. (2026): Solar-Cycle Modulation of Subsurface Ocean Memory via the North Pacific Eastern Subtropical Mode Water, erschienen am 23. Juli 2026 in "Geophysical Research Letters". Sie wertet acht Jahrzehnte Ozean-Reanalysedaten aus und zeigt, dass der elfjährige Sonnenzyklus die Bildung einer bestimmten Wassermasse im Nordpazifik beeinflusst, dem "North Pacific Eastern Subtropical Mode Water" (NPESTMW). Ein bis zwei Jahre nach einem Sonnenmaximum wird ihre Bildung unterdrückt, rund um ein Sonnenminimum nimmt sie zu. Weil diese Wassermasse Wärme über Jahre in der Tiefe speichert, wirkt sie wie ein Gedächtnis des Ozeans. Laut einer weiteren, 2025 im Fachjournal "npj Climate and Atmospheric Science" erschienenen Studie gehen Schwankungen ihres Volumens El-Niño- und La-Niña-Ereignissen um bis zu neun Monate voraus.

Die Übersetzung gibt diesen Mechanismus im Kern zutreffend wieder. Auch die Einschränkung, dass die zeitliche Nähe zum aktuellen El Niño keinen Beweis für dessen Ursache liefert, steht schon im Originaltext. Was in der Übersetzung fehlt, ist die Einordnung der Größenordnung: Die Gesamtstrahlung, die im Sonnenzyklus schwankt, verändert sich laut der Studie nur um rund 0,1 Prozent. Laut NASA ist die durch menschengemachte Treibhausgase verursachte Erwärmung seit 1750 mehr als 270-mal so stark wie die durch die Sonne im selben Zeitraum verursachte Zusatzerwärmung (NASA: What Is the Sun's Role in Climate Change?), gestützt auf den sechsten IPCC-Sachstandsbericht.

Die Studie behandelt zudem nicht den langfristigen Erwärmungstrend, sondern natürliche Schwankungen im Klimasystem über einige Jahre bis Jahrzehnte: wie stark und wann El-Niño- oder La-Niña-Phasen auftreten. Das sind zwei verschiedene Fragen. Dass die Sonnenaktivität einzelne Klimaphänomene mitprägen kann, widerspricht nicht dem Befund, dass sie die beobachtete globale Erwärmung nicht erklärt: Die von Satelliten gemessene Sonneneinstrahlung ist seit den 1970er Jahren flach bis leicht rückläufig, während die globale Temperatur im selben Zeitraum deutlich gestiegen ist (Carbon Brief: Why the sun is not responsible for recent climate change). Zusätzlich kühlt die Stratosphäre ab, während sich die untere Atmosphäre erwärmt, ein Muster, das für eine Erwärmung durch Treibhausgase spricht, nicht durch die Sonne.

Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE) veröffentlicht den Text ohne diese Einordnung und ohne Hinweis auf die begrenzte Aussagekraft für die Debatte um die Ursachen der globalen Erwärmung, obwohl sich die Organisation gerade dieser Debatte widmet. Leser dieser Seite können die Meldung deshalb leicht als Argument gegen den menschengemachten Klimawandel verstehen. Die Studie gibt diese Lesart nicht her.

Fazit

Die referenzierte Studie ist real, begutachtet und wird im Kern korrekt zusammengefasst: Der Sonnenzyklus kann tatsächlich eine Wassermasse im Nordpazifik beeinflussen, die wiederum mit dem Auftreten von El Niño und La Niña zusammenhängt. Den Zusammenhang zum aktuellen El Niño nennt der Text selbst nur eine zeitliche Übereinstimmung, keinen Beweis. Was in der Übersetzung fehlt, ist die Einordnung der Größenordnung: Die Studie behandelt Klimaschwankungen über Jahre bis Jahrzehnte, nicht den langfristigen Erwärmungstrend, und die Sonnenaktivität selbst ist seit Jahrzehnten flach bis rückläufig, während die Temperaturen weiter steigen.