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Götz Kubitschek

Verleger aus Schnellroda, Mitbegründer des Instituts für Staatspolitik und einer der einflussreichsten Strategen der Neuen Rechten.

Bildquelle: ©Metropolico.org, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
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Über die Quelle

Götz Kubitschek (Jahrgang 1970, geboren in Ravensburg) ist Verleger und einer der einflussreichsten Strategen der sogenannten Neuen Rechten in Deutschland. Nach einem Lehramtsstudium arbeitete er ab 1995 bei der Wochenzeitung Junge Freiheit und übernahm dort das Ressort "Sicherheit und Militär". Im Jahr 2000 gründete er den Verlag Antaios und gemeinsam mit Karlheinz Weißmann das "Institut für Staatspolitik" (IfS). t-online: Verleger Götz Kubitschek: Die Schnittstelle zwischen AfD und Identitären (28. Januar 2024)

Er lebt auf einem früheren Rittergut im Ortsteil Schnellroda der Gemeinde Steigra in Sachsen-Anhalt. Dort laufen Verlag, Institut und die Tagungen der Neuen Rechten zusammen. Verheiratet ist er mit der Publizistin Ellen Kositza, die für die Zeitschrift "Sezession" schreibt. Die "Alternative für Deutschland" nahm ihn nie als Mitglied auf: Sein Aufnahmeantrag wurde 2015 vom Bundesvorstand unter Bernd Lucke abgelehnt. Einfluss auf die Partei nimmt er trotzdem, vor allem über den thüringischen Landeschef Björn Höcke. t-online: Verleger Götz Kubitschek: Die Schnittstelle zwischen AfD und Identitären (28. Januar 2024)

Das von ihm mitgegründete IfS steht seit Jahren unter Beobachtung. Die Verfassungsschutzbehörde Sachsen-Anhalt stufte es im Juni 2019 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein, das Bundesamt für Verfassungsschutz zog im April 2023 nach. Im Februar 2023 lehnte das Verwaltungsgericht Magdeburg rechtskräftig einen Antrag des IfS ab, nicht mehr im Verfassungsschutzbericht des Landes genannt zu werden. Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Verfassungsschutzbericht 2025 (PDF)

2024 lösten Kubitschek und der zweite Vorsitzende Erik Lehnert den Trägerverein auf. Kubitschek schrieb dazu in der "Sezession": "Der Verein ist aufgelöst, alle Mitglieder sind ausgetreten, die Konten geschlossen". Volksstimme: Rechtsextremes "Institut für Staatspolitik" aufgelöst (13. Mai 2024) Die Arbeit ging weiter: Im selben Jahr entstand die "Menschenpark Veranstaltungs UG", deren alleiniger Geschäftsführer Kubitschek ist, und die frühere IfS-Website staatspolitik.de wird seither vom Verlag Antaios betrieben. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt hält fest, dass die neuen Gesellschaften die Tätigkeit des IfS personell, postalisch und inhaltlich fortführen, und bezeichnet Antaios als rechtsextremistischen Verlag, dessen "Inhaber und Verlagsleiter" Kubitschek ist. Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Verfassungsschutzbericht 2025 (PDF)

Schnellroda ist dabei mehr als ein Verlagssitz. Zum Sommerfest am 5. und 6. Juli 2025 kamen nach Angaben des Verfassungsschutzes über 600 Menschen, Gäste waren unter anderem Martin Sellner und der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah. Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag wollte Kubitschek im Mai 2025, die AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt im November 2025 als Sachverständigen zu Anhörungen einladen. In beiden Fällen sprachen sich die übrigen Fraktionen dagegen aus. Der Bericht nennt Kubitschek ausdrücklich einen "Rechtsextremisten" und beschreibt seinen "informellen Einfluss, insbesondere auf Teile der AfD, in Form einer Art Beraterfunktion". Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Verfassungsschutzbericht 2025 (PDF)

Über Schnellroda führt auch eine Verbindung zum Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt. CORRECTIV beschreibt den Medienverein Filmkunstkollektiv, der die Bilder des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund produziert, als verzahnt mit dem "formell aufgelösten 'Institut für Staatspolitik', der rechtsextremen Denkfabrik des Verlegers Götz Kubitschek in Schnellroda". CORRECTIV: Marschieren, inszenieren, kassieren: Identitäre filmen für Ulrich Siegmund (AfD) (17. August 2026)

Faktenfackel Bewertung

Kubitschek ist keine Quelle für Sachaussagen, sondern selbst Gegenstand der Berichterstattung. Seine Einordnung ist dabei ungewöhnlich gut abgesichert: Die Einstufung des von ihm mitgegründeten Instituts als gesichert rechtsextremistisch stammt von zwei Verfassungsschutzbehörden, ist gerichtlich überprüft worden und liegt als amtlicher Bericht im Volltext vor. Er selbst wird darin als Rechtsextremist bezeichnet.

Sein Einfluss läuft nicht über Ämter, sondern über Bücher, Zeitschriften und Tagungen. Genau darin liegt die Schwierigkeit bei der Bewertung seiner Texte: Sie treten im Gewand des Feuilletons auf und transportieren zugleich die ethnopluralistische Ideologie, die der Verfassungsschutz beim IfS als Wesenskern beschreibt. Wer ihn zitiert, zitiert eine politische Programmschrift, keine Analyse.

Fazit

Kubitschek taugt ausschließlich als Beleg dafür, was die Neue Rechte denkt und plant, nie als Beleg für einen Sachverhalt. Aussagen aus seinem Verlag, seinen Zeitschriften und seinen Veranstaltungen gehören gegen unabhängige Quellen geprüft und mit der Einordnung der Verfassungsschutzbehörden versehen.