Am 10. Oktober 2024 debattierte der Bundestag einen Antrag der Unionsfraktion mit dem Titel "Kein Erwerb der Staatsbürgerschaft bei nur vorübergehendem Schutz in Deutschland" (Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 20/191, S. 24896 (10. Oktober 2024)). Der damals fraktionslose AfD-Politiker Matthias Helferich trat laut Berliner Zeitung: AfD-Politiker verkleidet sich im Bundestag als Talahon (10. Oktober 2024) in Trainingsanzug und Bauchtasche in Gucci-Optik ans Pult. Er begann mit Zitaten aus einem Video, in dem sich ein junger Migrant über seinen neuen deutschen Pass freut, und fuhr fort:
"Talahons wie er und Chayas wie sie spucken auf Ihre Integrationskurse. Sie verachten Ihre migrationspolitische Inkompetenz und Impotenz. Sie wollen den deutschen Pass, unsere Gelder, aber eben nicht Teil unserer Kultur werden.
Liebe Union, Ihre Forderung, ein bisschen am Staatsbürgerschaftsrecht herumzudoktern, hilft da nicht weiter – insbesondere nicht, weil die Mehrheit der CDU-Landesverbände offen für eine schwarz-grüne Bundesregierung ist. Die Parole muss lauten: "Millionenfache Remigration statt Talahon"."
Faktenfackel Bewertung
Die Rede handelt nicht von Ausreisepflichtigen, sondern von Menschen, die gerade eingebürgert wurden oder eingebürgert werden wollen. Helferichs Beispiel freut sich über "seinen neuen Pass", und sein Vorwurf lautet, solche Menschen wollten "den deutschen Pass", aber nicht "Teil unserer Kultur werden". Ihnen stellt er die "millionenfache Remigration" als Parole gegenüber. Maßstab ist damit die kulturelle Zugehörigkeit, nicht ein Aufenthaltsstatus, und wer schon einen deutschen Pass hat, ist nach seinem eigenen Beispiel nicht ausgenommen.
Die Rede knüpft an frühere Äußerungen an. Bereits im November 2023 hatte Helferich im Bundestag Zitat: "millionenfache Remigration" gefordert, um die "Identität des Staatsvolkes" zu erhalten. Seine eigene Partei in NRW wollte ihn unter anderem wegen seiner Remigrationsäußerungen ausschließen, das Bundesschiedsgericht ließ ihn 2026 in der Partei (taz: Matthias Helferich bleibt in AfD (3. Juli 2026)).
Fazit
Helferichs Parole geht über die Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer hinaus. Sie richtet sich gegen Eingebürgerte und Einbürgerungswillige, deren Zugehörigkeit er an ihrer Kultur misst statt an ihrer Staatsangehörigkeit.