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Stand: 07.04.2026

Wahlergebnisse und Wählerschaft der AfD

Link Beschreibung

Politologe Frank Decker (zuletzt aktualisiert April 2025) analysiert Wahlergebnisse und Wählerschaft der AfD. In Ostdeutschland erzielt die Partei im Schnitt doppelt so hohe Stimmanteile wie im Westen. Bei den Landtagswahlen 2024 wurde die AfD in Thüringen mit 32,8 Prozent und in Sachsen mit 30,6 Prozent jeweils stärkste Partei; in Brandenburg erzielte sie 29,2 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 kam die AfD bundesweit auf 20,8 Prozent. Das Wählerprofil zeigt: Zwei Drittel der AfD-Wähler sind männlich (2021: 13 Prozent der Männer vs. 7,8 Prozent der Frauen); der Schwerpunkt liegt bei 35-59-Jährigen (13 Prozent 2021). Obwohl Arbeiter überrepräsentiert sind, sind 75 Prozent der AfD-Wähler Angestellte oder Beamte. Als Risikoregionen identifiziert Decker ländliche Gebiete mit Abwanderung und wirtschaftlichem Rückstand. Einen expliziten kausalen Zusammenhang zur Treuhand-Politik stellt der Artikel nicht her.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Frank Decker ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bonn und einer der profiliertesten deutschen Rechtspopulismus-Forscher. Der bpb-Artikel wird regelmäßig aktualisiert und gibt einen zuverlässigen Überblick über die AfD-Wahlergebnisse auf Basis amtlicher Daten.

Die Kerndaten zu den Landtagswahlergebnissen 2024 (Thüringen 32,8 Prozent, Sachsen 30,6 Prozent, Brandenburg 29,2 Prozent) sind amtlich bestätigt und werden von Wahlrecht.de und den jeweiligen Landeswahlbehörden ausgewiesen.

Das Ost-West-Gefälle der AfD ist eines der stabilsten Muster der deutschen Wählerforschung. Die Erklärungsansätze sind vielfältig: Decker nennt ökonomische Abgehängtheit, aber Forschungen des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen, dass auch ostdeutsche Identität, Demokratieskepsis und ein spezifisches Gerechtigkeitsempfinden eine eigenständige Rolle spielen - unabhängig vom individuellen Einkommen.

Relevant für die Wirtschaftsdebatte ist, dass AfD-Wahlerfolge nicht einfach mit persönlicher Armut erklärbar sind: Auch in wirtschaftlich besser gestellten ostdeutschen Regionen ist die AfD stark. Die Verbindung zur Treuhand-Politik ist also komplex - es geht eher um kollektive Erfahrungen von Kontrollverlust und Demütigung als um direkte materielle Benachteiligung. Das belegen etwa Studien von Steffen Mau (Humboldt-Universität) zur ostdeutschen Gesellschaftsgeschichte.

Fazit

Ein gut dokumentierter Überblick über AfD-Wahlergebnisse und Wählerprofil, der das ausgeprägte Ost-West-Gefälle empirisch belegt. Für die Einordnung des politischen Rechtsrucks in Ostdeutschland ist der Artikel eine solide Grundlage, die durch Forschungen zu ostdeutscher Identität und Demokratieskepsis ergänzt werden sollte.

Verwendungen

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